Libanon

Nahrungsmittel-Hilfe für syrische Flüchtlinge

Vier Jahre nach Ausbruch des Syrien-Krieges wird die Lage der Flüchtlinge immer verzweifelter. Im Libanon verstärkt das SRK seine Nothilfe. Bis Ende Jahr erhalten 1000 Familien monatlich Nahrungsmittelpakete.

Mehr als 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge haben im Libanon Zuflucht gefunden Damit trägt das kleine Land, das eigentlich nur 4,2 Millionen Einwohner zählt, eine grosse Last des Syrien-Krieges. Viele Flüchtlinge leben in improvisierten Camps oder privaten Wohnungen. Die Hälfte von ihnen ist keine 18 Jahre alt. Nach vier Jahren Kriegsdauer spitzt sich ihre Lage weiter zu. Die Ersparnisse sind längst aufgebraucht, die Perspektiven fehlen. Nach dem kalten Winter und einer schlechten Ernte sind zudem die Lebensmittelpreise stark gestiegen.

Für Flüchtlinge und Gastfamilien

Gleichzeitig ist auch die libanesische Zivilgesellschaft stark unter Druck. 1,5 Millionen Libanesen sind auf Unterstützung angewiesen in einem Land, das selber einen langjährigen Bürgerkrieg hinter sich hat und bereits hunderttausende palästinensische Flüchtlinge seit Jahren aufgenommen hat. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt von April bis Dezember 2015 1000 besonders verletzliche Familien mit monatlichen Lebensmittelpaketen. Berücksichtigt werden syrische Flüchtlinge (80 %) sowie libanesische Gastfamilien (20%) in den Grenzregionen im Norden des Landes und in den Vororten von Beirut.

Nothilfe-Teams ausgebildet

Damit die Hilfsgüter effizient verteilt werden können, hat das SRK seit 2013 den Aufbau der Nothilfe-Logistik des Libanesischen Roten Kreuzes (LRC) unterstützt. Die Schwesterorganisation hatte das SRK in diesem Bereich um Hilfe gebeten. Unteressen betreibt das LRC acht Lagerhäuser im ganzen Land, die von einem eingespielten Nothilfe-Team professionell bewirtschaftet werden. Aline Iosca hat als Nothilfe-Logistikerin des SRK bei Temporär-Einsätzen den Aufbau der Einheit unterstützt und eng begleitet. Sie ist beeindruckt, welch grosse Fortschritte in nur zwei Jahren erzielt wurden: «Die Rotkreuz-Freiwilligen sind top motiviert. Heute sind sie in der Lage, umfangreiche Hilfsgüter-Verteilungen effizient und kostengünstig umzusetzen.»  

Ambulanzdienst ausgebaut

Auch für die Ambulanzdienste des Libanesischen Roten Kreuzes bedeutet die Flüchtlings-Krise viel Zusatzarbeit. Sie transportieren Kranke und Verletzte von der Grenze in nahe gelegene Spitäler. Das SRK unterstützt diese lebenswichtige Dienstleistung bereits seit drei Jahren und hilft nun, sie weiter auszubauen. Zwei Notfallposten an stark frequentierter Lage erhalten finanzielle Unterstützung und können so den Schichtbetrieb aufstocken.