Syrien

Hilfe unter erschwerten Umständen

Im kriegsgeplagten Syrien unterstützt das SRK seit diesem Jahr die medizinische Grundversorgung im Südwesten des Landes. Im relativ ruhigen As-Suwaida hilft es insbesondere Syrerinnen und Syrern, die in ihrem eigenen Land auf der Flucht sind, bei der Verbesserung von physischer und psychischer Gesundheit.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt seit Anfang dieses Jahres die Arbeit des Syrischen Arabischen Roten Halbmondes (SARC) im Gesundheitsbereich im Südwesten des kriegsgeplagten Landes. Das verhältnismässig stabile Gouvernement As-Suwaida an der Grenze zu Jordanien ist Heimat für viele Syrerinnen und Syrer geworden, die in ihrem eigenen Land auf der Flucht sind. Das führt unter anderem dazu, dass in As-Suwaida zusätzlich tausende Menschen medizinische Versorgung und psycho-soziale Unterstützung benötigen.

Gesundheitsversorgung und psycho-soziale Unterstützung

In Zusammenarbeit mit dem Dänischen Roten Kreuz, das bereits vor dem Ausbruch des Konfliktes in Syrien tätig war, unterstützt das SRK in der Gouvernements-Hauptstadt Suwaida eine SARC-Klinik. Die Gesundheitseinrichtung soll für rund 20 000 intern vertriebene Menschen Anlaufstelle sein und ihnen Zugang zu medizinischer Grundversorgung, zu Gynäkologen und Kinderärzten bieten. Das kostenlose Angebot umfasst ebenfalls dringend benötigte psycho-soziale Unterstützung und Therapien zur Traumabewältigung.

Mobile Augenklinik

Bis vor zwei Jahren erreichte eine mobile Augenklinik des Roten Halbmondes Menschen in schwer erreichbaren Gebieten des Landes, bevor sie bei Gefechten in Homs 2014 zerstört wurde. Das Gesundheitsprojekt des SRK in Syrien sieht vor, eine neue mobile Augenklinik aufzubauen, um die ophthalmologische Versorgung der Bevölkerung auch in abgelegenen Gebieten zu gewährleisten.

Humanitäre Hilfe in Syrien

Der seit fünf Jahren andauernde bewaffnete Konflikt in Syrien hat die einst gute Gesundheitsversorgung des Landes fast zum Erliegen gebracht. Ärzte, Krankenschwestern und Pflegepersonal starben, wurden vertrieben oder sind ins Ausland geflüchtet. Rund 60 Prozent der Spitäler und Gesundheitszentren sind zerstört, es fehlt an medizinischem Material. Der Syrisch Arabische Rote Halbmond unterstützt trotz schwieriger Bedingungen die auf Hilfe angewiesene Bevölkerung im ganzen Land. Dank ihres landesweiten Netzes von Mitarbeitenden und Freiwilligen kann er bis heute die Menschen auch in abgelegenen Gebieten immer wieder mit Hilfsgütern und medizinscher Hilfe erreichen. Unglücklicherweise sind bis heute bereits über 40 Mitarbeitende und Freiwillige des SARC während eines dieser Einsätze ums Leben gekommen.

Seit dem Ausbruch des Konfliktes im März 2011 hat sich die humanitäre Lage in Syrien dramatisch verschlechtert. Der bewaffnete Konflikt hat nicht nur fast fünf Millionen Menschen in die Flucht ins Ausland getrieben. Er forderte bereits über 270 000 Tote, viele davon Zivilisten, sowie über eine Million Verletzte. Im kriegsgeplagten Land ist die Wirtschaft zusammen gebrochen. Sanktionen, Rezession und die steigenden Preise für Lebensmittel und Benzin bringen die zivile Bevölkerung weiter in Bedrängnis. Bereits leben drei von vier Personen in Armut. Die UNO schätzt, dass in Syrien selbst 13,5 Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.