Syrien

Hilfe für die Opfer des Bürgerkriegs

Im kriegsgeplagten Syrien unterstützt das SRK Gesundheitszentren, leistet gemeinsam mit dem Syrisch-Arabischen Roten Halbmond Nothilfe und hilft der Landbevölkerung, eine neue Lebensgrundlage zu schaffen.

Seit 2011 dauert der bewaffnete Konflikt in Syrien bereits an, laut Schätzungen der UN sind rund 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen. Geschätzte sieben Millionen Menschen sind auf der Flucht innerhalb Syriens selbst. Dank des landesweiten Netzes von Mitarbeitenden und Freiwilligen ist der Syrisch-Arabische Rote Halbmond (SARC) in vielen Gegenden die einzige humanitäre Organisation, welche die Menschen mit Hilfsgütern und medizinischer Hilfe erreichen kann.

Die Gesundheitsversorgung des Landes hat in den Kriegsjahren stark gelitten. Ärzte und Pflegepersonal starben, wurden vertrieben oder sind ins Ausland geflüchtet. Rund 60 Prozent der Spitäler und Gesundheitszentren sind zerstört, es fehlt an medizinischem Material. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt den SARC daher insbesondere im Gesundheitsbereich und in der Nothilfe. Seit 2018 ist das SRK mit einer eigenen Delegation in der Hauptstadt Damaskus präsent. In Zusammenarbeit mit dem Dänischen Roten Kreuz unterstützt das SRK zudem sechs Kliniken in verschiedenen Städten Syriens.

Psycho-soziale Unterstützung an der Grenze zu Jordanien

Die verhältnismässig stabile Region As-Suwaida an der Grenze zu Jordanien ist Heimat für viele Syrerinnen und Syrer geworden, die in ihrem eigenen Land auf der Flucht sind. Das führt unter anderem dazu, dass in dieser Grenzregion im Südwesten des Landes zusätzlich tausende Menschen medizinische Versorgung benötigen. Das SRK unterstützt hier eine Klinik des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes. Die Gesundheitseinrichtung ist für rund 20 000 intern vertriebene Menschen eine Anlaufstelle. Sie bietet ihnen Zugang zu medizinischer Grundversorgung, zu Gynäkologen und Kinderärzten. Das kostenlose Angebot umfasst ebenfalls dringend benötigte psycho-soziale Unterstützung und Therapien zur Traumabewältigung.

Trächtige Schafe als Lebensgrundlage

Die erbitterten Kämpfe haben nicht nur Millionen in die Flucht getrieben, sondern auch viel von der Infrastruktur zerstört und die Wirtschaft zum Erliegen gebracht. So zum Beispiel die Stadt Ar-Raqqa im Norden Syriens, die grossflächig zerstört worden ist. Das SRK hilft hier gemeinsam mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) dabei, die Wasserversorgung wieder aufzubauen.

Auch Aleppo war noch bis 2017 Schauplatz erbitterter Kämpfe. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt und teilweise kehren die Menschen zurück, um zerstörte Häuser und verlassene Dörfer vorzufinden. Das SRK hilft ihnen dabei, eine neue Lebensgrundlage zu schaffen. Im ländlichen Gebiet südlich der Stadt unterstützt es die Menschen, indem es gemeinsam mit dem SARC und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) 250 Haushalte mit trächtigen Schafen und Futter unterstützt. Die Tiere und ihr Nachwuchs verbessern nicht nur die Nahrungsmittelversorgung, sondern helfen auch langfristig dabei, ihre ökonomische Situation zu verbessern.