Erdbeben Nepal

SRK modifiziert Wiederaufbau-Programm in Nepal

Das Schweizerische Rote Kreuz passt sein Wiederaufbau-Programm in Nepal an. Der Bau von Häusern wird wegen inakzeptabler Rahmenbedingungen vorläufig zurückgestellt. Weitergeführt werden die Schulung von Handwerkern in erdbebensicherem Bauen sowie der Wiederaufbau der Wasser-Infrastruktur.

Das Wiederaufbauprojekt in Nepal nach dem schweren Erdbeben im Frühling 2015 wird angepasst. Ein zentrales Element davon, der Bau von Häusern, muss vorläufig sistiert werden. Grund dafür sind Vorgaben der Regierung für das Nepalesische Rote Kreuz, die auch für alle ausländischen Rotkreuz-Organisationen gelten. Aus Sicht des SRK sind diese inakzeptabel, denn sie widersprechen den üblichen Standards des SRK für Wiederaufbauprojekte. Insbesondere hätte das SRK keine Mitsprache bei der Auswahl der Begünstigten. Es könnte nicht sicherstellen, dass wirklich jene Menschen unterstützt werden, die am verletzlichsten sind und am dringendsten Hilfe brauchen. Weiter könnte das SRK nicht kontrollieren, wie das Geld genau eingesetzt wird und ob die Häuser, die damit gebaut werden, genügend stabil sind.

Wasserversorgung wird repariert

Andere wichtige Elemente des SRK-Wiederaufbaus werden indes plangemäss umgesetzt und teilweise noch ausgebaut. Dies betrifft insbesondere die Reparatur der Wasserversorgung und Verbesserungen im Gesundheits- und Hygienebereich in denselben Bezirken des Distrikts Dolakha, in denen der Häuserbau geplant war. An zwei Schulen laufen zudem Pilotprojekte für den Wiederaufbau der sanitären Einrichtungen (Latrinen und Waschbecken). Parallel dazu finden in den Dörfern Informationskampagnen für Katastrophenvorsorge und bessere Hygiene statt.

Weitere Bauhandwerker werden ausgebildet

Ebenfalls weitergeführt wird die Schulung von Bauhandwerkern in erdbebensicherem Wiederaufbau. Das SRK hatte in einer ersten Phase von November 2015 bis Februar 2016 bereits 540 Maurer und Schreiner geschult, die ihr Wissen wiederum weitergaben an insgesamt rund 6000 Hilfsarbeiter in ihren Dörfern. Im Rahmen dieser Trainings wurden bereits 22 Musterhäuser in verschiedenen Dörfern errichtet. Nun werden weitere 180 Bauhandwerker geschult. Die Weiterbildungen sind eine nachhaltige Investition in den erdbebensicheren Wiederaufbau. Sie kommen den Menschen in Nepal zugute, unabhängig davon, welche Organisation letztlich die Projekte finanziert und durchführt.

Ausbau des Engagements geplant

Das SRK bedauert, dass durch die Sistierung des Häuserbaus manche Familien möglicherweise noch länger in einem Provisorium leben müssen. Gemeinsam mit dem Nepalesischen Roten Kreuz und den Behörden sucht das SRK aber nach Lösungen, um sein Engagement für besonders benachteiligte Opfer des Erdbebens weiter auszubauen. Bedürfnisse im Bereich der Wasserversorgung und der sanitären Anlagen sowie der Wiederaufbau der zerstörten Gesundheitsinfrastruktur stehen dabei im Vordergrund. Gleichzeitig will das SRK seinem Engagement treu bleiben und die ärmste Bevölkerung dabei unterstützen, möglichst bald wieder in sicheren Häusern leben zu können. Falls sich die Rahmenbedingungen für den Häuserbau verbessern sollten, würde das SRK entsprechende Projekte unverzüglich in Angriff nehmen.

Für die Nothilfe und die Winterhilfe hat das SRK bereits 1,3 Millionen Franken eingesetzt. Für den gesamten Wiederaufbau in Nepal beläuft sich das Budget voraussichtlich auf rund 5 Millionen Franken.