Erdbeben Nepal

Maurer und Schreiner für den Wiederaufbau

Sechs Monate nach dem verheerenden Erdbeben vom 25. April 2015 hat das SRK mehrere hundert Handwerker für den Wiederaufbau geschult. Dabei konzentriert es sich auf die Region um Dolakha, die vor allem beim Nachbeben vom 12. Mai stark zerstört wurde.

Vorerst 500 Häuser werden im Distrikt Dolakha, sechs Autostunden von Kathmandu entfernt, mit Unterstützung des SRK errichtet. Die Handwerker, die für die Arbeiten eingesetzt werden, besuchten in den vergangenen Wochen entsprechende Schulungen, die vom SRK zusammen mit den Baubehörden durchgeführt wurden. An Modellhäusern übten sie, wie sich mit traditionellen Baumaterialien stabilere Häuser errichten lassen. Das Ziel: Die neuen Häuser sollen künftigen Erdbeben möglichst standhalten. Logistische Schwierigkeiten und Benzinknappheit erschweren das effiziente Arbeiten. Trotzdem kommt das Projekt plangemäss voran. Bis zum Ende der Monsunzeit werden insgesamt 540 Dorfbewohner als Schreiner und Maurer geschult. Sie werden ihre neu erworbenen Fertigkeiten in verschiedenen Dörfern der Region einsetzen.

Häuser für die Ärmsten

Ein Teil der Handwerker kommt direkt im Wiederaufbau-Programm zum Einsatz, das das SRK zusammen mit dem Nepalesischen Roten Kreuz umsetzt. Baubeginn ist in den nächsten Wochen. Derzeit werden die Familien ausgewählt, die ein neues Haus erhalten sollen. Begünstigt werden kinderreiche Familien, alleinstehende Mütter sowie von Armut besonders stark betroffene Frauen, Männer und Kinder. Der Wiederaufbau wird direkt von den Familien geleitet. Dazu erhalten sie vom SRK finanzielle Beiträge und werden fachlich begleitet. Doch sie entscheiden selber, für welche Arbeiten sie Bauleute beiziehen und wann sie selber Hand anlegen wollen. Nach jeder abgeschlossenen Bauphase wird die Baustelle vom Roten Kreuz besichtigt, erst dann wird die nächste Geldtranche ausbezahlt. Dieser Ansatz hat sich bereits beim Wiederaufbau des SRK auf den Philippinen nach dem Taifun Haiyan bewährt.

Nepalesische Gemeinden lernen das erdbebensichere Bauen (Englisch).

© IFRC

Grosseinsatz des SRK bei der Nothilfe

Das Erdbeben vom 25. April und das starke Nachbeben vom 12. Mai haben in Nepal fast 9000 Menschen das Leben gekostet, mehr als 200 000 Häuser wurden ganz oder teilweise zerstört. In den Wochen und Monaten danach hat das SRK mehrere Logistik-Teams nach Nepal entsandt. Sie haben für die weltweite Rotkreuz-Bewegung die Hilfsgüter-Lieferungen entgegengenommen, deren Transport in abgelegene Regionen organisiert und sie dort für die Verteilung bereitgestellt. Dadurch konnten mehr als eine halbe Million Zeltblachen und über 7000 Reparatursortimente an Familien abgegeben werden, die beim Erdbeben ihr Obdach verloren hatten. Zudem schickte das SRK auch Gesundheitsfachleute nach Nepal, die in Rotkreuz-Spitälern zum Einsatz kamen. Insgesamt hat das SRK zur Unterstützung der Nothilfe von Ende April bis August 20 Fachpersonen ins Katastrophengebiet entsandt.