Erdbeben Nepal

Hilfe per Helikopter für abgelegene Bergdörfer

Die abgelegenen Berggebiete in Nepal sind immer noch kaum zugänglich. Helikopter bringen Hilfsgüter und evakuieren Verletzte, die anschliessend von Rotkreuzfreiwilligen betreut werden.

Der Bezirk Dhading liegt westlich von Katmandu und reicht bis zur tibetischen Grenze. An den Hängen sind weit verstreut kleine Siedlungen mit traditionellen Steinhäusern. Viele der Siedlungen sind dem Erdboden gleich. Die Kleinbauern leben in sehr einfachen Verhältnissen. Am Wochende, als sich das Erdbeben ereignete, befanden sich die meisten Menschen im Freien oder auf dem Feld, was  ihnen das Leben gerettet hat.

Zugang mit Helikopter

Sechs der Siedlungen in dem Himalaya-Bezirk sind nur zu Fuss zugänglich und werden per Helikopter versorgt. Von Kathmandu kommend machen die Helikopter Zwischenstopp im Hauptort Dhading Besi, wo sie mit Hilfsgütern beladen werden. In den Dörfern laden sie die Hilfsgüter ab und nehmen Verletzte auf, die sie ins Spital nach Dhading Besi oder Kathmandu bringen. Solche Versorgungsflüge finden derzeit mehrmals täglich statt.

Freiwillige im Einsatz

Ram Kumar Shresta ist Freiwilliger der Rotkreuz-Bezirksstelle in Dhading. Eigentlich ist er Lehrer in der örtlichen Schule. Doch Ram hat Erfahrung in erster Hilfe. Als Jugendlicher hat er ein Jahr beim Norwegischen Roten Kreuz verbracht. Jetzt hilft Ram bei der Evakuierung der Verletzten. Läutet in der Einsatzzentrale in Dhading Besi die Glocke, ist der Helikopter gerade in den Bergen gestartet und wird in wenigen Minuten den Landeplatz erreichen. Da läuft das Team der Rotkreuz-Freiwilligen zum Heli und hilft den Verletzten beim Aussteigen.

Sechs Tage ohne Hilfe

Dieses Mal ist ein kleines Kind dabei – der zweieinhalbjährige Manav Tamanag. Er kommt aus Jharlang, einer Gemeinde in der Nähe der tibetischen Grenze. Der kleine Manav hat einen Oberschenkelbruch und weint bitterlich, während er von den Rotkreuz-Freiwilligen aus dem Helikopter zum Rettungswagen gebracht wird. Manav war während des Bebens im Haus, als dieses eingestürzt ist. Seine Mutter Ram Maya konnte ihn dank der Unterstützung von Nachbarn befreien, doch bis die Hilfe bei ihnen ankam, vergingen ganze sechs Tage.

Gesundwerden unter Zeltplanen

Manav wird jetzt im Spital in Dhading versorgt. Sein Bein ist eingeschient und er liegt mit seiner Mutter auf einer Matratze im Freien unter einer Zeltplane. Das Spital ist überfüllt, Patienten werden im Freien untergebracht und vom Roten Kreuz mit Essen versorgt. Normalerweise ist dies Sache der Verwandten. Aber in dieser Ausnahmesituation übernehmen Rotkreuzfreiwillige diese Aufgabe. Den Nepalesen ist ihr Dhal Bat sehr wichtig: Wenn sie wissen wollen, wie es einem geht, fragen sie oft, ob man schon gegessen hat.