Nepal

Ein Jahr nach dem grossen Beben

Ein Jahr nach dem heftigen Erdbeben in Nepal hilft das SRK den Menschen dabei, sich ein neues Zuhause aufzubauen. Mehrere Hundert Handwerker wurden in den besonders betroffenen Regionen für den Wiederaufbau geschult.

Der Distrikt Dolakha liegt rund sechs Autostunden von Nepals Hauptstadt Kathmandu entfernt. Auch ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben vom 25. April und dem Nachbeben vom 12. Mai 2015 sind in dieser abgelegenen Region die Spuren der Zerstörung noch gut sichtbar. Fast 98% der Häuser wurden hier beschädigt. Mit Wellblech und Blachen haben sich viele Familien in den Ruinen ihrer Häuser eine provisorische Unterkunft errichtet.

Hilfe während den Wintermonaten

Nachdem das SRK in den ersten Wochen und Monaten nach dem Erdbeben die Menschen mit Nothilfe unterstützt hat, half es ihnen auch dabei, die harten Wintermonate in den Notunterkünften zu überbrücken. Mit Hilfe von Bargeldbeiträgen konnten sich ausgewählte Familien die wichtigsten Utensilien wie Decken und warme Kleider kaufen. Knapp 50‘000 Haushalte wurden mit dieser Hilfe der Rotkreuz-Bewegung erreicht.

Schulung in erdbebensicherem Bauen

Heute befindet sich Nepal in der Phase des Wiederaufbaus. Vorerst rund 500 Häuser werden mit Unterstützung des SRK und der Glückskette errichtet. Dazu wurden in den vergangenen Monaten 540 Schreiner und Maurer in erdbebensicherem Bauen ausgebildet. An Modellhäusern übten sie, wie sich mit traditionellen Baumaterialien stabilere Häuser errichten lassen. Mit diesem Fachwissen helfen sie beim Wiederaufbau der 500 Häuser. Die Familien, welche das SRK beim Wiederaufbau ihrer Häuser mit einem Geldbeitrag unterstützt, leiten den Bau mit fachlicher Betreuung durch das SRK selbst. Dafür müssen sie mindestens einen geschulten Handwerker engagieren, die Auswahl weiterer Hilfskräfte steht ihnen frei. Vom SRK erhalten sie finanzielle Beiträge und werden fachlich betreut. 

Auch Familien, welche keine finanzielle Unterstützung des SRK für den Häuserbau erhalten, profitieren von dem Projekt. Zwei Dutzend Modellhäuser und zahlreiche weitere Modellwände sind anlässlich der Schulungen gebaut worden und dienen über die ganze Region verteilt als praktisches Beispiel, wie die Techniken des erdbebensicheren Bauens angewandt werden. Viele Menschen aus der Umgebung besuchen diese Modelle und informieren sich selbständig, worauf sie beim Bau ihres Hauses achten müssen.

Grosseinsatz des SRK bei der Nothilfe

Die heftigen Erdbeben im Frühling 2015 haben in Nepal fast 9000 Menschen das Leben gekostet, mehr als 800 000 Häuser wurden ganz oder teilweise zerstört. In den Wochen und Monaten danach hat das SRK mehrere Logistik-Teams nach Nepal entsandt. Sie haben für die weltweite Rotkreuz-Bewegung die Hilfsgüter-Lieferungen entgegengenommen, deren Transport in abgelegene Regionen organisiert und sie dort für die Verteilung bereitgestellt. Dadurch konnten mehr als eine halbe Million Zeltblachen und über 7000 Reparatursortimente an Familien abgegeben werden, die beim Erdbeben ihr Obdach verloren hatten. Zudem schickte das SRK Gesundheitsfachleute nach Nepal, die in Rotkreuz-Spitälern zum Einsatz kamen. Insgesamt hat das SRK zur Unterstützung der Nothilfe in den ersten fünf Monaten nach dem Erdbeben 34 Fachpersonen ins Katastrophengebiet entsandt.

Bildergalerie Wiederaufbau in Nepal