Erdbeben Nepal

60 Tage nach dem Erdbeben

Das SRK leistet Nothilfe in dem vor zwei Monaten von heftigen Erdbeben getroffene Nepal. Es setzt Logistik-Experten zur Abwicklung und Verteilung der weltweiten Rotkreuz-Hilfe ein sowie Gesundheitsfachleute zur Unterstützung des Rotkreuz-Personals in zwei Feldspitälern. Das SRK wird sich über die Phase der Nothilfe hinaus in Nepal beim Wideraufbau engagieren.

Vor zwei Monaten am 25. April bebte die Erde in Nepal, gefolgt von mehreren starken Erdbeben, das heftigste am 12. Mai. Einer von vier Menschen in Nepal ist von dieser Katastrophe betroffen. 8702 Menschen verloren ihr Leben, Tausende wurden verletzt. Über 542 000 Häuser wurden zerstört, 308 000 beschädigt. In manchen Dörfern nahe den Epizentren sind mindestens 90 Prozent der Gebäude in sich zusammengefallen.

Logistik zur Verteilung der Hilfsgüter

Bereits vier Tage nach dem ersten Beben war das erste von vier Logistikteams des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) in Nepal, um die langjährige SRK-Delegation im Land sowie die internationale Rotkreuz-Hilfe zu unterstützen. Das Expertenteam schuf die Basis für die Logistik der Rotkreuz-Hilfe und stellte innert der ersten vier Wochen ein Netz von Lagerräumlichkeiten in Katmandu, Bharatpur sowie in den vier vom Erdbeben betroffenen Distrikten Dolakha, Nuwakot, Rasuwa und Sindhupalchok auf. «Dank unserer Delegation in Nepal konnten wir schnell arbeiten. Es war eine grosse Hilfe, das Team kennt Land und Sprache, weiss wie die nepalesische Gesellschaft tickt und hat uns mit Rat und Tat unterstützt», sagt Thomas Büeler, Teamleiter des ersten Katastropheneinsatzteams. «Die Zusammenarbeit mit dem Nepalesischen Roten Kreuz (NRCS) war sehr gut, auch weil unsere Delegation seit fast vierzig Jahren eng mit ihnen zusammenarbeitet», ist Büeler überzeugt. Das Logistikteam organisiert zudem Transportmöglichkeiten und stellt so sicher, dass die Hilfe die betroffenen Menschen auch in den abgelegenen Gebieten erreicht. Zusammen mit dem NRCS verteilten die Nothilfe-Logistiker die aus aller Welt kommenden Rotkreuz-Hilfsgüter. 700 000 Menschen konnten so erreicht werden.

Die Hilfe rollt

Die Nothilfe sowie die rasche Instandstellung der Gesundheitsversorgung sind neben der Verteilung von Hilfsgütern die wichtigsten Ziele der Rotkreuz-Nothilfe. Daher unterstützen vier medizinische Fachleute aus dem SRK-Nothilfepool zwei Feldspitäler des Roten Kreuzes. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten im bergigen Nepal, den weit zerstreuten Dörfern und dem bevorstehenden Monsun ist zudem eine rasche Errichtung von Notunterkünften äusserst wichtig. Verteilt wurden 100 000 Zeltblachen, Werkzeugkisten, Hygiene-Kits, Decken, Nahrungsmittel usw. Ebenfalls wurde die Ausrüstung der beiden Rotkreuz-Feldspitale in die erdbebenbetroffenen Gebiete transportiert. Derzeit wird in 14 Distrikten die Verteilung von 40 000 Werkzeugkisten, so genannten Shelter Kits, der Rotkreuz-Bewegung organisiert.

Die ersten Schritte Richtung Wiederaufbau

Die Menschen haben teilweise begonnen, ihre Häuser notdürftig wieder aufzubauen. Damit sie von Anfang an ihre Bauweise verbessern, führt das SRK bereits Trainings in drei von den Beben betroffenen Distrikten durch. Zusammen mit dem NRCS bildet es rund 600 junge Menschen als Maurer und Zimmerleute aus und zeigt ihnen, wie man erdbebensicher baut. Solche Trainings werden in den kommenden Wochen während der Monsunzeit durchgeführt, damit nach der Regenzeit sofort mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann.

«Die Nothilfe ist noch im vollen Gange, wir denken aber bereits über den Wiederaufbau nach», sagt Beat von Däniken, Leiter Internationale Zusammenarbeit des SRK. «Die Bedürfnisse in den Erdbebengebieten sind gewaltig. In enger Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz möchten wir uns für die Verletzlichsten in ländlichen Gebiet engagieren. Wir sind diesbezüglich bereits im Gespräch mit dem NRCS, der Rotkreuz-Föderation und der Regierung, wie unser Engagement nebst den bereits stattfindenden Trainings und unserem langfristigen Programm in der Mid-West-Region konkret aussehen wird.»

Bildstrecke «Rotkreuz-Logistiker in Nepal im Einsatz»