Haiti

Hilfe und Hoffnung für Haiti

Fünf Jahre nach dem schweren Erdbeben engagiert sich das SRK weiterhin in Haiti. Es unterstützt die Bevölkerung bei der Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser und zu Hygiene, zum Blutspendedienst sowie in der Katastrophenvorsorge.

12 Januar 2010: Haiti wird von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Die Hauptstadt Port-au-Prince ist stark betroffen, die Schäden in der etwa 30 Kilometer südwestlich gelegen Kleinstadt Léogâne, inmitten des Epizentrums, sind immens. In dieser gebirgigen Gegend engagiert sich das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) seit der Nothilfe, hat Häuser und Latrinen für 3000 Menschen errichtet, die Katastrophenvorsorge verbessert. Es unterstützt das Haitianische Rote Kreuz (HRK) zudem beim Wiederaufbau und der Stärkung des landesweiten Blutspendedienstes.

In der Region um die Kleinstadt Léogâne, wo es vor dem Erdbeben kaum sanitäre Anlagen gab, haben mittlerweile dank der Unterstützung des SRK viele Häuser eine eigene Latrine und eine Zisterne. «Heute geht es nun vor allem um die Infrastruktur des Dorfes», erklärt Fabienne Weibel, Haiti-Verantwortliche beim SRK. Die neuen öffentlichen Brunnen oder Quellwasserfassungen kann dann die ganze Gemeinde nutzen. Die Initiative dazu kommt direkt von der Basis, die Dorfbewohner setzen die Projekte mit Unterstützung des SRK selber um. Sie sind ebenfalls für deren Unterhalt zuständig.

Basisgesundheit und Blutzentrale

Das SRK engagiert sich in Haiti auch bei Gesundheits- und Hygienekampagnen, unterstützt das HRK bei Cholera-Ausbrüchen und stärkt den nationalen Blutspendedienst. Nach dem Erdbeben war diese wichtige medizinische Dienstleistung weitgehend zusammengebrochen. Das HRK hat wie das SRK in der Schweiz von der Regierung den Auftrag, die Blutversorgung der Bevölkerung sicher zu stellen. «Das SRK stärkt das HRK in dieser wichtigen Arbeit dank seiner breiten Erfahrung und dem Wissen rund um sichere Blutkonserven und einer flächendeckenden Versorgung», erläutert Fabienne Weibel.

Katastrophenvorsorge

Die einst grüne Karibikinsel ist heute nur noch zu knapp fünf Prozent mit Regenwald bedeckt, was schwere ökologische Probleme und Erdrutsche zur Folge hat. Zudem ist das Land immer wieder von Erdbeben und Hurrikanen betroffen. Dies bedroht vor allem die arme Landbevölkerung. Um die Risiken zu vermindern, verbessert das SRK zusammen mit der Bevölkerung die Katastrophenvorsorge. In Baumschulen werden Setzlinge gezogen. Mit den Bäumen werden die kahlen Hänge bepflanzt, was der Erosion entgegen wirkt und sie stabilisiert. Dorfkomitees erarbeiten Evakuierungspläne und bauen Frühwarnsysteme für Hurrikane auf.

Ausblick

Das SRK arbeitet mit drei Delegierten und rund 40 lokalen Mitarbeitenden in Haiti. Es wird vor allem im Gesundheitsbereich sein Engagement weiter ausbauen. Die Bedürfnisse der Bevölkerung sind nach wie vor sehr gross. Deshalb bleibt das SRK längerfristig in Haiti. «Die positiven Erfahrungen der letzten fünf Jahre sind eine grosse Motivation», sagt Fabienne Weibel.