Kurs Babysitting SRK

Die erste Verantwortung

Im Babysitting-Kurs SRK hat Noemi Zinniker den verantwortungsbewussten Umgang mit Kleinkindern gelernt. Seither hat sie viele Ideen und Tipps abrufbereit, die auch den Eltern das sichere Gefühl geben, dass ihre Kleinen gut aufgehoben sind.

Das Kursangebot des SRK
Das SRK ist mit 14‘500 Kursen und 170‘000 Teilnehmenden der zweitgrösste Bildungsanbieter in der Schweiz. Das Kursangebot richtet sich an die ganze Bevölkerung. Die Palette an Themen reicht von Babysitting über Pflege und Betreuung, Rettung oder Erste Hilfe bis zum Umgang mit Konflikten. Alle 24 Rotkreuz-Kantonalverbände sowie die Rettungsorganisationen Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), Schweizerischer Samariterbund (SSB) und Schweizerischer Militär-Sanitäts-Verband (SMSV) haben ihre Kursdaten mit Detailinformationen auf einer Internetseite mit Suchfunktionen zusammengefasst:
www.redcross-edu.ch

Es ist Mittwoch, kurz nach dem Mittag. Noemi Zinniker klingelt bei Familie Rauber. Tobias, 7 Jahre alt, öffnet die Tür. «Sie ist da!», ruft er seinem jüngeren Bruder Finnley zu. Der Fünfjährige rennt die Treppe runter – in der Hand ein Quiz – und begrüsst die Babysitterin freudig. 

Katie Monaghan Rauber, Mutter der beiden Buben und Lehrerin, hat heute Nachmittag einen Termin in der Schule. «Wenn wir ein Kinderhütemädchen brauchen, können wir uns auf Noemi verlassen. Tobias und Finnley freuen sich immer, wenn sie kommt. Das ist sehr wichtig für mich.»

Heute möchte Finnley zuerst sein Lieblingsspiel machen, es ist ein Wissensspiel zu den Verkehrsregeln. Wie überquert man eine Strasse korrekt? Darf man mit dem Rollbrett auf dem Trottoir fahren? Noemi sitzt mit den beiden Knaben auf dem Boden und schaut konzentriert auf das Spiel. «Wir spielen immer zusammen, oft auch draussen», erzählt die 14-jährige Schülerin. Vor ein paar Wochen hätten sie sogar zu dritt eine kleine Velotour durch den Wald gemacht. «Das war toll, wenn auch nicht ganz einfach: Tobias fährt schon sehr gut Velo, Finnley hingegen ist noch nicht so schnell unterwegs. Ich musste also aufpassen, dass es beiden Spass machte!».

Wie man Kinder beschäftigen kann und wie man sich in schwierigen Situationen als Babysitterin verhält, lernte Noemi beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK). Letztes Jahr besuchte sie den zweitägi-gen Kurs vom Kantonalverband Aargau und schloss ihn erfolgreich mit dem Babysitting-Pass ab. Sie würde den Kurs wieder besuchen, weil sie sehr viel gelernt habe: Wie wickelt man Babys, wie bereitet man einen Brei zu und wie verarztet man eine Schnittwunde? Wie reagieren, wenn ein Unfall passiert? Was tun, wenn ein Kind quengelt? Und welche Möglichkeiten gibt es, dass es gar nicht soweit kommt? Noemi kennt die Lösungen: «Wenn wir auf dem Spielplatz sind und ein Kind nicht nach Hause will, kann ich mit ihm einen Kompromiss aushandeln.» Das funktioniere fast immer. Auch habe sie im Kurs viele Beschäftigungsmöglichkeiten kennengelernt. «Natürlich wusste ich, dass man Kinder nicht einfach vor den Fernseher setzen soll. Wir lernten, wie man eine Geschichte spannend erzählen kann und wie man Kindern eine gute Nacht wünscht, dass sie beruhigt einschlafen können. Generell fühle ich mich beim Kinderhüten jetzt sehr viel sicherer.» 

Wie reagiere ich am besten, wenn ein Kleinkind quengelt?

Vor zwei Jahren, als Noemi noch wenig Erfahrung hatte, war das anders. Ein Vorfall hat ihr bewusst gemacht, welch grosse Verantwortung sie trägt beim Beaufsichtigen der Kleinen. Sie erinnert sich: «An einem Abend war ich alleine mit den Kindern. Wir spielten und hatten viel Spass.» Etwa um 20 Uhr, als sie die beiden ins Bett bringen wollte, klingelte das Telefon. «Mir kam in den Sinn, dass die Eltern noch anrufen wollten und rannte zum Telefon. Ich konnte stolz bestätigen, dass alles gut läuft.» Kaum aufgelegt, hörte sie ein Poltern. Tobias war von der Treppe gestürzt und heulte laut. «Ich wurde nervös und versuchte ihn zu trösten, doch dann entdeckte ich Blut am Hinterkopf. Weil ich nicht wusste, was ich jetzt machen soll, geriet ich in Panik.» Sie rief die Eltern an. Diese waren zwar leicht besorgt, doch sie verhielten sich erstaunlich gelassen – im Gegensatz zu Noemi: «Mich überfiel ein schlechtes Gewissen und die Angst, dass es etwas Ernsthaftes sein könnte. Ich befolgte den Rat die Wunde zu desinfizieren und beruhigte Tobias. Als seine Eltern zu Hause eintrafen, war alles nicht mehr so schlimm.» Es war zum Glück nur eine Platzwunde. Doch seit diesem Unfall habe sie noch mehr Respekt beim Kinderhüten. 

Noemi besuchte den Babysitting-Kurs SRK. «Ich wollte einfach mehr wissen. Und ich glaube, dass es auch den Eltern mehr Sicherheit gibt, wenn Jugendliche den Babysitting-Pass vorlegen können», sagt Noemi Zinniker. 

Katie Monaghan Rauber bestätigt das. «Das ist für mich fortan ein wichtiges Kriterium. Als Mutter habe ich mehr Vertrauen, wenn ein Teenager den SRK-Kurs besucht hat. Unsere Jungs haben viel Energie und testen die Grenzen. Die Babysitterin muss sich durchsetzen können und wissen, was sie will. So was lernen sie auch im Kurs.» 

Was kann ich alles tun, um Unfälle zu vermeiden?

Nach dem Spiel essen Noemi, Tobias und Finnley einen Zvieri. Als Tobias den Apfel selbst in Schnit-ze schneiden will, schlägt ihm Noemi einen Kompromiss vor. «Komm, wir schneiden zusammen. Das Messer ist sehr scharf.» Dafür öffnet er die Flasche und schenkt in alle Gläser sorgfältig ein. Nachher gehen sie endlich raus. Tobias möchte nämlich mit Noemi Ping-Pong spielen. 

Nach drei Stunden kommt Katie Monaghan Rauber zurück. Sie erkundigt sich, wie die drei den Nachmittag verbracht haben. Bei Noemi bedankt sie sich herzlich und bezahlt ihr den Stundenlohn. Noemi verabschiedet sich auf Augenhöhe der Kinder. Als sie weggeht, winken ihr zwei kleine Hände nach. «Tschüss, bis zum nächsten Mal!»  Noemi lächelt. «Ich mag Kinder sehr gerne. Und sie mögen mich.»