Jugendgewalt: Delinquente Jugendliche reintegrieren

Das SRK unterstützt als humanitäre neutrale Organisation, die sich für benachteiligte Menschen und Menschengruppen einsetzt, alle Anstrengungen für eine vertiefte Situations- und Ursachenanalyse, welche zu nachhaltigen (Präventions-) Massnahmen gegen Jugendgewalt führen.

Delikte stünden nicht in Zusammenhang mit der Herkunft, sondern mit dem sozialen Status und dem Grad der sozialen Integration der Täter, heisst es im Konsultationsentwurf des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) «Jugendgewalt. Ausmass, Ursachen und Massnahmen». Daran knüpft das SRK in seiner Konsultationsantwort an. Eine nachhaltige und wirkungsorientierte Politik gegen die Jugendgewalt müsse bei der Verstärkung von Integrationsmassnahmen benachteiligter bzw. gewaltgefährdeter Gruppen ansetzen, schreibt das SRK. Für gewaltgefährdete Jugendliche sei es zentral, dass sie einen Status über Arbeit und Beruf aufbauen können. «Delinquenten Jugendlichen muss, nebst dem Aufzeigen von Grenzen und dem Ergreifen von Sanktionen, auch die Möglichkeit der (Re-)Integration geboten werden. Jugendliche sollen früh Instrumente gewaltfreier Konfliktlösung kennen lernen.» Das SRK bietet mit seinen «chili»-Angeboten solche Instrumente an.

Gegen ausländerspezifische Massnahmen

Kritik übt das SRK an der starken Gewichtung migrationsspezifischer Vorschläge des EJPD: «Wenn Jugendliche mit Migrationshintergrund einseitig aus einer gesamtgesellschaftlichen Problematik herausgelöst werden, besteht die Gefahr, dass sie ausgegrenzt werden und ihre gesellschaftliche Desintegration verstärkt wird.» Ebenso greift für das SRK ein Ansatz, der die Problematik der Jugendgewalt über ausländerspezifische Massnahmen zu lösen versucht, zu kurz:«Straf- und ausländerrechtliche Verfahren sollten klar getrennt werden.»

Die Stellungnahme des SRK finden Sie rechts unter«Material».