Oxfam-Skandal

Schutz und Würde der Verletzlichsten im Zentrum

Das SRK ist erschüttert über aktuelle Berichte über sexuelle Ausbeutung bei Oxfam. Schutz und Würde der Verletzlichsten müssen im Zentrum der humanitären Arbeit stehen. Es ist wichtig, Lehren aus den beschriebenen Vorfällen zu ziehen. Der Information und Sensibilisierung der Mitarbeitenden kommt dabei ein grosser Stellenwert zu.

Die aktuellen Berichte über sexuelle Ausbeutung beim britischen Hilfswerk Oxfam bringen eine ganze Branche in Verruf. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist erschüttert und bedauert sehr, dass dieser Skandal zu einem Vertrauensverlust in die humanitären Werte und Arbeit führt. Es kann und darf nicht sein, dass ein solcher Skandal die Grundpfeiler der Internationalen Zusammenarbeit ins Wanken bringt und die Solidarität mit den Verletzlichsten und Bedürftigsten in Frage stellt. Der Schutz und die Würde der Verletzlichsten stehen im Zentrum der humanitären Arbeit. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Lehren aus den beschriebenen Vorfällen zu ziehen – in der Arbeit vor Ort im Ausland sowie in der Schweiz. Der Information und Sensibilisierung der Mitarbeitenden kommt dabei ein grosser Stellenwert zu.

Nulltoleranz

Das SRK duldet weder sexuelle Belästigung, sexuelle Ausbeutung oder Missbrauch. Das Personalreglement für die Mitarbeitenden im Inland sowie der «Code of Conduct» des SRK für Delegierte im Ausland als wichtige Bestandteile des Arbeitsvertrages halten dies explizit fest. Mitarbeitende des SRK werden regelmässig zu diesen Themen sensibilisiert, an Einführungs- und Führungsveranstaltungen, mit einem E-Learning und eine Flyer zum Thema «Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz».

Sexuelle Übergriffe zu thematisieren ist vor allem für Betroffene oft schwierig. Das SRK arbeitet mit der Organisation «Safecall» als Whistleblowingstelle zusammen. Mitarbeitende und Delegierte sowie Freiwillige und Ehrenamtliche können sich jederzeit – auf Wunsch anonym – an die externe, unabhängige Anlaufstelle wenden. Die Abteilung Personal des SRK ist ebenfalls Anlaufstelle, behandelt Beschwerden vertraulich, um Betroffene zu schützen und ergreift bei Verstössen entsprechende Massnahmen. Das SRK nimmt Beschwerden äusserst ernst. Es kennt keine Toleranz. Werden ihm Übergriffe gemeldet, so verfolgt es sie konsequent.

Rotkreuzgrundwerte

Die sieben Rotkreuzgrundsätze bilden Grundlage und Leitfaden für die Arbeit des SRK, seiner Organisationen und der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Insbesondere der Grundsatz der Menschlichkeit steht dafür, Menschen in Not beizustehen, wo immer und wer immer sie seien. Jede Handlung des Roten Kreuzes und seiner Mitarbeitenden beruht auf den sieben Grundsätzen, sie gelten als weltweiter moralischer Kompass der humanitären Arbeit auch des SRK.