Menschen auf der Flucht

Unbegleitete Minderjährige in Gefahr

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften IFRC schlägt Alarm: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind unbegleitet auf der Flucht und laufen Gefahr, missbraucht zu werden. Mehr Schutz für Migrantinnen und Migranten bringt der UNO-Migrationspakt.

Die Anzahl Kinder und Jugendliche, die alleine auf Migrationsrouten unterwegs sind, ist alarmierend angestiegen. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Bericht «Alone and Unsafe» der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften IFRC hervor. Eine Schätzung der UNO von 2017 geht von 300 000 unbegleiteten Minderjährigen aus, fünf Mal mehr als 2012. Die Dunkelziffer liegt nach Ansicht der IFRC deutlich höher.

Kinder, die von ihren Familien getrennt sind und alleine migrieren, haben ein besonders hohes Risiko, auf der Flucht sexuell missbraucht und ausgebeutet zu werden. Das Rote Kreuz plädiert dafür, Familien nicht auseinanderzureissen und entlang der wichtigsten Migrationsrouten und an Grenzübergängen Schutzposten einzurichten. Dort werden besonders verletzliche minderjährige Migrantinnen und Migranten identifiziert und an Fachstellen überwiesen. «Ein Kind, das ohne Familie oder Begleitpersonen auf der Flucht ist, zählt zu den verletzlichsten Menschen überhaupt. Die Menschheit versagt, wenn wir diesen Kindern nicht den benötigten Schutz bieten», sagt Francesco Rocca, Präsident der Internationalen Rotkreuzföderation.

Engagement für den UNO-Migrationspakt

Der UNO-Migrationspakt ist die erste Migrationsvereinbarung in der Geschichte der Vereinten Nationen und definiert erstmalig internationale Spielregeln im Umgang mit Migration. Unter anderem hält er fest, dass das Wohl des Kindes stets an erster Stelle stehen und die Einheit der Familien gewahrt werden muss. Das Rote Kreuz setzt sich deshalb für eine Unterzeichnung des Migrationspakts ein. Menschenrechte müssen unabhängig vom Aufenthaltsstatus gewahrt werden und schutzbedürftige Menschen Sicherheit erhalten.