Zum Weltaidstag

Noch immer eine tödliche Gefahr

«Null Aids-Todesfälle» so lautet das Motto des Welt-Aids-Tages 2013. Doch noch immer sterben in armen Ländern jedes Jahr hunderttausende Menschen an Aids, weil sie keinen Zugang zu medizinischer Behandlung haben.

Die Therapie mit antiretroviralen Medikamenten verlängert das Leben, senkt die Ansteckungsgefahr und gibt ganzen Gemeinschaften die Hoffnung zurück.  Weltweit wurden in den letzten Jahren in diesem Bereich enorme Fortschritte erzielt. Dennoch haben in armen Ländern noch immer fast zwei Drittel der betroffenen Menschen keinen Zugang zu Therapie. Fehlendes Wissen, mangelnde Ressourcen aber auch Tabus und Diskriminierungen bremsen den Fortschritt.

In den Gesundheitsprogrammen des SRK ist die Eindämmung von Aids eine Priorität. Ob in Afrika, Asien oder Lateinamerika: Wo immer Rotkreuz-Freiwillige in Dörfern und Quartieren über Gesundheitsthemen informieren, kommt auch zur Sprache, wie man sich vor HIV schützen kann und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. In einigen Ländern engagiert sich das SRK auch direkt bei der Therapie von Aids, indem es den Betroffenen den Zugang zur Behandlung ermöglicht oder selber Medikamente abgibt.

Pionierarbeit in Bangladesch

In Bangladesch hat das SRK in dieser Hinsicht Pionierarbeit geleistet. In dem südasiatischen Land beträgt die Ansteckungsrate offiziell  0,1 bis 0,2 Prozent. Doch die Dunkelziffer ist hoch, denn Aids ist stark tabuisiert. Dies hat unter anderem zur Folge, dass sich viele Menschen trotz Verdacht auf HIV nicht testen lassen und erkrankte Personen nicht behandelt werden.

Im ganzen Land sind nur gerade 700 Aids-Patienten in antiretroviraler Behandlung, mehr als ein Viertel von ihnen in der Klinik, die das SRK seit 2005 zusammen mit der lokalen Partnerorganisation CAAP betreibt. Damals war es die erste Klinik in ganz Bangladesch, die Aids-Therapien anbot. Unterdessen beziehen 180 Patienten regelmässig ihre Medikamente in der Klinik und werden bei der Behandlung beraten und begleitet. Dazu gehört auch die Ausrichtung von Sozialhilfe an HIV-positive Mütter und ihre Kinder sowie an Patienten, welche von ihren Familien und Bekannten aufgrund der Krankheit verstossen wurden.

Aufklärung in den Slums

Während drei bis vier Tagen pro Woche werden zudem in den Slums von Dhaka Informationskampagnen durchgeführt. Klinik-Mitarbeitende sensibilisieren die Bewohner für die Gefahren von Aids und ermuntern sie, sich testen zu lassen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Risikogruppen der Prostituierten und Drogenabhängigen. Im Jahr 2012 wurden mit diesen Informationsveranstaltungen mehr als 1860 Menschen erreicht und 826 zu einem freiwilligen HIV-Test motiviert.