UNO-Weltwassertag

Zum Wasser Sorge tragen

Am 22. März ist Weltwassertag. Er erinnert jährlich an die Wichtigkeit dieses unverzichtbaren Grundelements des Lebens. Auch beim Schweizerischen Roten Kreuz hat das Wasser in seinen Projekten höchste Priorität.

Wenn immer das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) nach einer Katastrophe Häuser baut, sind auch Latrinen und eine sichere Wasserversorgung eine wichtige Komponente des Wiederaufbaus. «Build Back Better» lautet das Motto. Gemeint ist, dass die neuen Bauten für die Menschen eine Verbesserung bringen sollen.

Das ist auch der Leitsatz für das SRK beim Wiederaufbau auf den Philippinen nach Taifun Haiyan. Rund 3000 Häuser hat das SRK in den letzten drei Jahren nach der Katastrophe im Inselstaat gebaut und repariert. Eines dieser Häuser steht in Sitio Laray auf der Insel Leyte und gehört Mercedita Chavez.

Vor kurzem wurde die junge Philippinerin vom Dorf als neue Wasserbeauftragte gewählt. Das SRK hat nebst dem Häuserbau auch die Wasserversorgung von Sitio Laray wieder aufgebaut und verbessert. Neu gibt es ein grosses gemeinsames Wasserbecken sowie neun im Dorf verteilte öffentliche Wasserstellen. Dass alle dazu Sorgen tragen, stellt ein Wasserkomitee sicher. «Ich bin sehr stolz auf diese Aufgabe, denn so kann ich zum Wohlergehen unserer Gemeinschaft beitragen» sagt Mercedita Chavez gerührt.

Vor fremden Blicken geschützt

Die sichere Wasserversorgung ist für das Dorf von grosser Bedeutung. Früher mussten die Dorfbewohnerinnen und -bewohner das Wasser im Fluss holen. Das war aufwändig und gefährlich. Das verunreinigte Flusswasser hat immer wieder Menschen krank gemacht. Mercedita Chavez erklärt den Dorfbewohnern den sorgsamen Umgang mit den Wasserstellen und weiss, wie man eine defekte Leitung reparieren kann. «Uns allen ist es wichtig, dass die Wasserstellen gut funktionieren. Wir sind dem Roten Kreuz so dankbar für diese Verbesserung. Früher mussten wir uns im Fluss waschen, vor den Augen aller. Heute können wir dies in den eigenen vier Wänden tun und haben endlich etwas Privatsphäre.»

Zur verbesserten Privatsphäre gehört auch, dass neu jedes Haus eine eigene Latrine hat. Das war früher nicht selbstverständlich. Viele Menschen hatten keine eigene Toilette und mussten die Notdurft bei Bekannten oder sogar im offenen Feld verrichten. Das war nicht nur unhygienisch, sondern nachts gerade für junge Frauen auch gefährlich.

Hygiene von klein auf

Heute lernen die Dorfbewohnerinnen und -bewohner schon von klein auf, auf sauberes Wasser und Hygiene zu achten. Freiwillige des Philippinischen Roten Kreuzes besuchen Schulklassen und klären die Kinder auf spielerische Weise über die Benutzung der Latrine und das richtige Händewaschen auf.

Für Mercedita Chavez hat die neue Wasserversorgung und das gestärkte Bewusstsein über Hygiene das ganze Dorf näher zusammen gebracht. «Wir haben jetzt mehr Zeit füreinander, da wir nicht mehr jeden Tag den langen Weg zum Fluss gehen müssen. Zudem schweisst uns die gemeinsam Verantwortung für das Wassersystem zusammen.»