Dürren in Äthiopien

Äthiopien kann aus Krisen lernen

In Äthiopien unterstützt das SRK 40 000 Menschen bei der Verbesserung ihrer prekären Lebensbedingungen. In einem Flüchtlingslager verbesserte es die Hygienebedingungen und stellte die Ambulanzdienste für die Flüchtlinge sicher.

Das kulturell reiche Äthiopien gehört zu den wirtschaftlich ärmsten Ländern der Welt. Innenpolitische Spannungen, Konflikte mit den Nachbarstaaten, Flüchtlingsströme aus Nachbarstaaten und grosse Dürreperioden prägten die Geschichte der letzten Jahrzehnte. In mehreren Teilen des Landes ist die Nahrungsversorgung chronisch knapp. Nach schlechten Regenzeiten droht rasch eine Hungerkrise. So auch 2010/2011, als die Niederschläge im Süden zwei Jahre fast vollständig ausblieben. 

Nach schlechten Regenzeiten droht in Äthiopien rasch eine Hungersnot.

Das SRK unterstützte mehrere Dörfer von Hirten und Viehzüchtern im Grenzgebiet zu Kenia bei der Bewältigung dieser Krise. Nachfolgend an die Nothilfeaktion engagiert sich das SRK seither zusammen mit dem Äthiopischen Roten Kreuz und der Regierung bei der Verbesserung der Lebensbedingungen in dieser klimatisch fragilen Region. 

In Gambella, dem Grenzgebiet zum Südsudan im Westen des Landes, stärkt das SRK die Resilienz von Gemeinschaften. Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und diese Erfahrung für die Entwicklung zu nutzen. Dazu gehören Katastrophenvorsorge und Verbesserung der Gesundheitsversorgung für die Einwohner von vier Siedlungen. Im Dezember 2013 musste das SRK diesen Teil der Hilfe vorübergehend zurückstellen: Damals eskalierte die politische Situation in Südsudan und zog einen Strom von mehr als 200 000 neuen Flüchtlingen nach Gambella mit sich (zusätzlich zu den 60 000 bereits in Gambella lebenden Flüchtlingen und bei einer Bevölkerung von rund 400 000 Menschen). Aufgrund der grossen Not der Flüchtlinge wurde deren Unterstützung mit der grössten Priorität behandelt. Im Flüchtlingslager von Leitchor mit rund 47 000 Menschen sorgte das Rote Kreuz für die Verbesserung der Hygiene sowie die Sicherstellung von Ambulanzdiensten für die Flüchtlinge.

Das Programm in den Regionen Moyale und Gambella

  • Wasserspeicherung- und gewinnung: Bau von grossen Wasserauffangbecken, einem Damm, Wasserstellen und Zisternen sowie eine Dammsanierung 
  • Wasserkomitees: Diese tragen Verantwortung für den Unterhalt.
  • Ausbildung: Gesundheitspromotoren ausbilden und Frauengruppen initiieren, die sich für bessere Hygiene und die Vorbeugung von Krankheiten einsetzen.
  • Hygiene und Aufklärung: Wissen vermitteln und die Menschen motivieren, Latrinen zu bauen 
  • Katastrophenbereitschaft: Aufbau von Frühwarnsystemen
  • Landwirtschaftlicher Erfahrungsaustausch: Bauern lernen, Felder gewinnbringender zu bewirtschaften und Nutztiere besser zu pflegen. Erfahrungen tauschen sie in ihren Gemeinschaften aus.