Haiti

Zyklus aus Leid und Hoffnung

Haiti ist immer wieder von Naturkatastrophen betroffen. Das Schweizerische Rote Kreuz engagiert sich seit dem grossen Erdbeben 2010 im Karibikstaat. Es fördert die Katastrophenvorsorge und die Gesundheit.

Hurrikane, Erdrutsche und Erdbeben, weit verbreitete Armut und marode staatliche Strukturen machen die Menschen in Haiti besonders verletzlich. Nach dem schweren Erdbeben von 2010, das über 200 000 Todesopfer gefordert hatte, verwüstete im Oktober 2016 der Hurrikan Matthew den Süden des Inselstaates. Zehntausende Menschen verloren ihr Zuhause und ihre gesamte Lebensgrundlage wie Gärten, Vieh und Fischerboote. Das Land, das noch immer mit den Folgen des verheerenden Erdbebens zu kämpfen hat, erlitt einen weiteren schweren Rückschlag.

Reparatur von 650 Häusern

Nach Katastrophen ist das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) jeweils rasch zur Stelle und leistet Nothilfe. Die sogenannten Emergency Response Units (ERU) kamen in Haiti mehrmals zum Einsatz, um die Logistik der internationalen Rotkreuz-Hilfe zu koordinieren. Dadurch konnten nach dem Hurrikan Matthew 55 000 Menschen mit lebenswichtigen Hilfsgütern versorgt werden, wie Werkzeug, Nahrungsmittel sowie Chlor zur Trinkwasser-Reinigung.

Um die Familien auch längerfristig zu unterstützen, hilft das SRK 650 Familien, ihre Häuser zu reparieren. Dazu bildet es in Corail im Distrikt Grande-Anse lokale Handwerker aus. Zudem werden zusammen mit dem Haitianischen Roten Kreuz (HRK) die zerstörten Gärten und Felder rehabilitiert sowie Fischerfamilien mit neuen Netzen versorgt.

Katastrophenvorsorge bewährt sich

Bis zum Hurrikan Matthew konzentrierte sich die Arbeit des SRK vor allem auf die Region von Léogâne. Dort hat es nach dem Erdbeben 600 sturmfeste Häuser errichtet und ein umfassendes Programm im Bereich Katastrophenvorsorge etabliert. Frühwarnsysteme, sichere Fluchtwege und Schutzbauten helfen den Menschen, sich bei Katastrophen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Dieses System hat sich in den Hurrikan-Saisons der letzten Jahre schon mehrfach bewährt. Um die Gefahr von Erdrutschen einzudämmen, werden gerodete Hänge aufgeforstet und bepflanzt. Für diese wichtige Arbeit betreiben Dorfgruppen, die vom SRK begleitet werden, Baumschulen und Gärten. In mehreren Dörfern wird zudem die Wasserversorgung verbessert. Quellen werden gefasst, Leitungen gelegt und Wasserstellen gebaut.

Des Weiteren wird die Verbindung der Gemeinden mit dem Haitianischen Zivilschutz, der zusammen mit dem HRK in einer Katastrophensituation interveniert, gestärkt.

Förderung einer gesunden Ernährung

Das SRK hat seit 2016 zahlreiche Massnahmen im Bereich gesunde Ernährung ergriffen. Mittels Sensibilisierungskampagnen, Hausbesuchen und kultureller Animation konnten 15 000 Menschen im Bereich Ernährung sensibilisiert werden. Ausserdem wurden die Aktivitäten im Bereich der Agrarökologie verstärkt und 124 Familien konnten einen Gemüsegarten errichten.

Sicheres Blut

Bis Anfang 2019 unterstützte das SRK zudem das HRK beim Ausbau eines nationalen Blutspendedienstes. Hohe Professionalität ist gefordert, damit die Versorgung mit sicherem Blut jederzeit garantiert ist. Das SRK schulte das Personal und baute das Qualitätsmanagement auf.