UNO-Weltwassertag

Wasser in Zeiten der Dürre

Ohne Wasser kein Leben – daran erinnert der Weltwassertag am 22. März. Wie wichtig Wasser ist, zeigt sich derzeit besonders drastisch im südlichen und östlichen Afrika. Die Region ist von einer Dürreperiode betroffen.

Wasser ist Leben. Hygiene ist die Grundlage für Gesundheit. Doch 750 Millionen Menschen haben weltweit keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser. Und jede dritte Person benutzt keine Toilette. Diese Missstände sind einer der Gründe, weshalb es so schwierig ist, die Kindersterblichkeit weltweit zu senken. Noch immer stirbt alle 20 Minuten ein Kind an den Folgen einer Durchfallerkrankung aufgrund von verschmutztem Wasser und mangelnder Hygiene.

Wenn Wasser fehlt

Wasser ist auch Lebensgrundlage. Wo es fehlt, gedeiht weder Getreide noch Gemüse. Die Tiere werden krank und den Menschen droht Hunger. So derzeit im östlichen und südlichen Afrika. Die Region leidet aufgrund einer El-Niño-Periode seit letztem Jahr unter dramatischer Trockenheit. Die Niederschläge waren vielerorts völlig ungenügend, in Teilen Äthiopiens fiel die Regenzeit zweimal nacheinander gänzlich aus. In seinen Programmländern Äthiopien und Malawi unterstützt das SRK die Nothilfemassnahmen der jeweiligen nationalen Rotkreuz-Gesellschaften, um die Folgen dieser Dürre zu entschärfen. In Äthiopien, wo bereits zehn Millionen Menschen Unterstützung brauchen, hilft es bei der Abgabe von Spezialnahrung an unterernährte Kinder sowie an schwangere und stillende Mütter. Zudem führt das SRK mit seinen Freiwilligen weiterhin Hygiene-Kampagnen durch. Denn angesichts der knappen Ressourcen besteht die Gefahr, dass die Menschen auch Wasser zweifelhafter Herkunft konsumieren und die Hygiene vernachlässigen – mit fatalen Folgen.

Mit Bargeld die Not überbrücken

In Malawi führt das SRK seit letztem November ein Bargeldprojekt durch – ein neuer Ansatz bei der Bekämpfung der Dürrefolgen. Es trägt damit dem Umstand Rechnung, dass in Dürreperioden die Ernten viel zu knapp ausfallen und die Getreidepreise steigen. In Malawi hat sich der Maispreis fast verdoppelt. Die ärmsten Familien sind dadurch doppelt betroffen: Ihre Ernte reicht nicht mehr aus für die Selbstversorgung, und wegen der hohen Preise können sie es sich nicht leisten, auf dem Markt Nahrungsmittel einzukaufen. Mit dem Bargeld-Projekt konnten 10‘000 der am meisten betroffenen Frauen, Männer und Kinder im Süden Malawis die Notlage der letzten Monate überbrücken.

Wasserprojekte in 15 Ländern

Neben diesen Nothilfe-Aktionen engagiert sich das SRK in 15 seiner rund 30 Programmländer mit längerfristigen Wasser- und Hygieneprojekten. Zusammen mit der lokalen Bevölkerung baut es Zisternen, Brunnen oder Latrinen, optimiert die landwirtschaftliche Bewässerung in Gemüsegärten und unterstützt verschiedene Filter- und Desinfektionssysteme, um Wasser zu reinigen. Zudem ist die Verbesserung des gesamten Wasserkreislaufes Bestandteil dieser Programme. Dazu zählen beispielsweise der Schutz von Quellen, die Aufforstung kahler Hänge sowie Massnahmen zur Verminderung von Bodenerosion. Rotkreuz-Freiwillige werden geschult und informieren in den Dörfern über die Zusammenhänge von Hygiene und Gesundheit. Insgesamt konnte das SRK 2015 für insgesamt 978‘000 Menschen den Zugang zu Trinkwasser und die hygienischen Verhältnisse verbessern.

In seinen Projekten arbeitet das SRK jeweils mit dem örtlichen Roten Kreuz zusammen. In der Schweiz ist es Mitglied des Wasserkonsortiums, einem Zusammenschluss von acht Hilfswerken, die sich im Bereich Wasser und Hygiene engagieren und die dabei von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) unterstützt werden.