Laos

Mehr Hygiene, bessere Gesundheit und Bildung

Das Binnenland Laos ist arm, die Infrastruktur nur schwach entwickelt. Der Staat verfügt, bis auf die Wasserkraft der vielen Flüsse, kaum über natürliche Ressourcen. Laotische Schulen müssen mit einem sehr kleinen Budget auskommen und haben kaum die Mittel für Hygiene und Trinkwasser.

Nachdem das SRK gemeinsam mit dem Laotischen Roten Kreuz und der lokalen Bevölkerung fast in der ganzen Provinz Luang Prabang bereits Wassersysteme und Latrinen in den Dörfern gebaut hat, konzentriert es sich seit 2017 auf die Infrastruktur in Sekundarschulen. Denn nur mit genügend Latrinen, einem funktionierenden Wasseranschluss, sauberem Wasser und Sensibilisierungsmassnahmen kann die Hygiene sichergestellt werden. Sie ist der Grundstein für eine bessere Gesundheit.

Schlechte sanitäre Infrastruktur

Die 317 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule von Sopchia sind zwischen 12 und 17 Jahre alt. Ein Drittel von ihnen sieht die Familie nur am Wochenende. Der Schulweg ist zu lang und schwierig. Drei bis vier Stunden Fussmarsch im bergigen Norden von Laos sind keine Seltenheit. So teilen sie sich einen bescheidenen Schlafsaal, die Küche und die sanitären Anlagen der Schule. Fliessend Wasser gibt es kaum, ebenso Latrinen. Das ist an Schulen in einer der ärmsten Regionen von Laos nichts Ungewöhnliches. Im Durchschnitt steht 140 Schulkindern eine Latrine zur Verfügung. Diese sind zudem oft in schlechtem Zustand, schmutzig und weder geschlechterspezifisch angeschrieben, noch behindertengerecht gebaut. Viele Kinder trinken zu wenig, da es kaum Trinkwasser an Schulen gibt. Das SRK setzt sich mit dem Laotischen Roten Kreuz dafür ein, bestehende sanitäre Anlagen zu verbessern oderneue zu errichten. Dies zeigt Wirkung. Doch eine ausreichende Infrastruktur löst das Problem nicht allein. Es braucht einen anderen Umgang mit Hygiene. «Nicht nur die Schüler, auch wir haben zu diesen Themen viel gelernt in den Schulungen des Roten Kreuzes», sagt die Lehrerschaft unisono.

«Seit die Hygiene hier besser ist, fehlen die Jugendlichen weniger oft im Unterricht», bestätigen die Lehrer der Sekundarschule Sopchia’s. Ebenso wichtig ist die Menstruationshygiene. Damit die Mädchen während der Menstruation der Schule nicht fernbleiben, sorgt das SRK an den Sekundarschulen für Menstruations-freundliche Latrinen mit passenden Wasch- und Entsorgungsmöglichkeiten. Im Unterricht erfahren die Jugendlichen mehr über den natürlichen Zyklus der Frau sowie die entsprechende Hygiene. Die Mädchen lernen selber Binden herzustellen.

Das Jugendrotkreuz vermittelt

Alisa Mitdavanh ist seit kurzem Freiwillige beim Laotischen Jugendrotkreuz. Was sie über Sauberkeit und Hygiene gelernt hat, gibt die 12-Jährige an Gleichaltrige weiter Die Sekundarschülerin zeigt beispielsweise die «Sieben Schritte des Händewaschens». Und auch, wie die Anlagen sauber gehalten werden, wofür sie mit den anderen Freiwilligen vom Jugendrotkreuz mitverantwortlich ist. Unterstützt wird das Jugendrotkreuz durch die Lehrkräfte.

Früher gab es in der Schule aus Kostengründen kaum Seife. Heute stammt sie grösstenteils aus Hotels der Provinzhauptstadt Luang Prabang. Manches Hotel in der touristischen Hochburg von Laos spendet überschüssige Seife dem Laotischen Roten Kreuz, welches die angebrauchten Seifenstücke aufbereitet. Neu gepresst werden die kostenlosen Seifen aus den Hotels in den Schulen zum Händewaschen eingesetzt.

Gesunde Entwicklung

Eine ausgewogene Ernährung ergänzt die Hygienemassnahmen. Denn in den ländlichen und schlecht erschlossenen Regionen von Laos ist Mangelernährung aus Armut und mangels Wissen weit verbreitet. Diejenigen Kinder und Jugendlichen, die unter der Woche in der Schule bleiben, ernähren sich oft einseitig von dem wenigen, das sie von Zuhause aus mitbringen. Um die Mahlzeiten mit frischem Gemüse zu ergänzen, legt das Rote Kreuz in den Schulen Gärten an. Anbau und Pflege des Gartens sowie Ernährungslehre ist Teil der Aufklärungsarbeit. In Sopchia entsteht eine neue Küche für die Schulkinder, damit sie die Nahrungsmittel richtig zubereiten können.
 

Unser Beitrag für nachhaltige Entwicklung
17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung sollen bis 2030 global und von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden.
Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten. Einen Beitrag an das Ziel 6 leistet das SRK derzeit in Laos und 14 weiteren Ländern.