Südostasien

Abschluss einer erfolgreichen Zusammenarbeit in Kambodscha

Nach dreissigjähriger Zusammenarbeit beendet das SRK sein Engagement in Kambodscha und zieht eine positive Bilanz.

Seit 1986 hat das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) mit vielfältiger Entwicklungszusammenarbeit die Gesundheit der Menschen in vernachlässigten Regionen Kambodschas verbessert. Die Gesundheitsversorgung in der Einsatzregion konnte gestärkt und die hygienischen Verhältnisse verbessert werden. Zuerst im Provinzspital von Takeo, ab 2005 dann zusammen mit dem Kambodschanischen Roten Kreuz mit Wasser- und Hygieneprojekten in ländlichen Regionen des südostasiatischen Landes.

Wasser und Hygiene

Der sorgfältige Umgang mit sauberem Wasser, die Entsorgung von Abfällen sowie der Bau und die Benutzung von einfachen sanitären Anlagen gehörten dabei zu den wichtigsten Massnahmen. So bauten hunderte Familien angeleitet vom Roten Kreuz eigene Latrinen. Ganze Dorfgemeinschaften wurden dafür sensibilisiert, auf Hygiene im Alltag zu achten und nur abgekochtes oder gefiltertes Wasser zu trinken. Aber auch Kenntnisse darüber, wo sich gefährliche Krankheitserreger ausbreiten und wie sie am besten bekämpft werden, helfen Leben retten. Gemeinsam mit dem Kambodschanischen Roten Kreuz führte das SRK Sensibilisierungskampagnen durch, denn das Wissen um die Zusammenhänge von Hygiene und Gesundheit ist in abgelegenen Dörfern oft noch immer gering.

Partnerschaftlicher Ansatz in der Zusammenarbeit

Durch die direkte Mitwirkung der Dorfbewohnerinnen und -bewohner in den letzten 20 Jahren bei der Planung und Umsetzung der Massnahmen können sie sich mit den Veränderungen stark identifizieren. Heute gehört es beispielsweise zum guten Ton, eine eigene Toilette zu haben. Zudem erhöht sich die Sicherheit für Frauen und Mädchen. Weil sie nachts nicht mehr ins Freie müssen, um ein Stilles Örtchen zu suchen, sind sie Übergriffen weit weniger ausgesetzt. Auch die Schulen profitieren: Schülerinnen und Schüler erscheinen regelmässiger im Unterricht, sie sind gesünder und fehlen seltener wegen Durchfallerkrankungen aufgrund von verunreinigtem Trinkwasser.

Auch bei der Finanzierung verfolgte das Rote Kreuz einen partnerschaftlichen Ansatz. Jede Familie leistete einen Beitrag an die Kosten der Verbesserungen, besonders arme Familien wurden subventioniert. Das SRK arbeitete aber nicht nur mit den Menschen auf Gemeindeebene, sondern auch eng mit dem Amt für ländliche Entwicklung (Departement of Rural Development) zusammen, um Dienstleistungen für Wasser- und Sanitäranlagen in den Regierungsinstitutionen zu verankern.

Das SRK ist zuversichtlich, dass die erreichten Verbesserungen in den unterstützten Provinzen Takeo und Koh Kong nachhaltig sind. Die abschliessende Evaluation zeigt, dass im Projektgebiet 95 Prozent der Familien ihr Hygieneverhalten positiv verändert haben.