Südsudan

SRK-Einsatz gegen Cholera im Südsudan

Im Südsudan breitet sich die Cholera immer weiter aus. Bereits sind über 5500 Menschen infiziert. Das SRK hat zur Unterstützung im Kampf gegen die Krankheit einen SRK-Delegierten entsandt.

Die Cholera erweist sich im jüngsten Staat der Welt nebst den andauernden Gefechten als zweite Katastrophe. Die Krankheit tauchte erstmals Ende April in der Hauptstadt Juba auf. Mittlerweile hat sich der Erreger rasant ausgebreitet, neun der zehn Bundesstaaten sind betroffen. Fast 5500 Menschen sind bereits erkrankt und mindestens 118 an deren Folgen gestoben. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) folgt mit der Entsendung eines Delegierten einem Hilfsapell der Internationalen Föderation. Der SRK-Logistiker unterstützt während vier Wochen die Gesundheitsbehörden und das Südsudanesische Rote Kreuz unter anderem bei der Herstellung von sauberem Trinkwasser und bei der Installation sanitärer Anlagen.

Bis zu 45 000 Betroffene

Die Ansteckungsrate ist hoch, es wird befürchtet, dass sich in den nächsten Wochen bis zu 45 000 Menschen infizieren. Während der Regenzeit, die noch bis Oktober dauert, breitet sich die Krankheit voraussichtlich weiter aus. Die Niederschläge führen zu Überschwemmungen und verunreinigen zusätzlich das Trinkwasser. Bereits in der Trockenzeit sind 60 Prozent des Landes schwer erreichbar. Die heftigen Regen überschwemmen weite Landstriche und erschweren den Helfern zusätzlich, die Menschen dort zu erreichen, wo sie Hilfe brauchen. Der Konflikt im Südsudan hat bereits 1,5 Millionen Menschen vertrieben, 500 000 sind in die Nachbarländer geflohen.

Cholera wird durch verschmutztes Wasser übertragen. Prävention und Hygiene sind daher zentral. Freiwillige des Südsudanesischen Roten Kreuzes klären ihre Mitbürger über die wichtigsten Hygiene-Massnahmen wie richtiges Händewaschen auf oder was zu tun ist, wenn man sich angesteckt hat. Es werden auch Qualitätstests des Wassers durchgeführt und der Zugang zu sauberem Wasser verbessert.

Drohende Hungersnot

Der Südsudan steht zudem vor einer weiteren grossen Herausforderung: Aufgrund des Konfliktes und der Vertreibungen konnten viele Bauern ihre Felder nicht rechtzeitig vor dem grossen Regen bestellen. Im Herbst wird daher die Ernte grösstenteils ausfallen. Dem Land und seinen gut acht Millionen Menschen droht zusätzlich eine Hungersnot. Gemäss Angaben der UNO leiden bereits heute knapp eine Million Kinder an schwerer Unterernährung.

Spenden für die Opfer des Südsudan nimmt das SRK dankend entgegen auf dem Postkonto 30-4200-3 (IBAN CH43 0900 0000 3000 4200 3), Vermerk «Krise Südsudan».
Herzlichen Dank!