Armenien

Eine Altersstrategie für Armenien

Aufgrund der starken Abwanderung steigt der Altersdurchschnitt der armenischen Bevölkerung rasch an. Armut ist weit verbreitet und ältere Menschen sind häufig auf sich alleine gestellt. Das Schweizerische Rote Kreuz setzt sich für diese Menschen ein und stärkt das Armenische Rote Kreuz.

Armenien liegt im Südkaukasus und ist die kleinste der ehemaligen Sowjetrepubliken. Das Land hat drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, die Diaspora – hauptsächlich in Russland, Frankreich und den USA – wird auf fünf bis sechs Millionen Menschen geschätzt. Flüchtlingsströme von und nach Aserbeidschan sind für Armenien zudem eine grosse Herausforderung.
Armut ist in Armenien weit verbreitet. Im Jahr 2015 lebten 30 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind ältere Menschen, die aufgrund der Abwanderung der erwerbstätigen Bevölkerung in der Überzahl sind. Viele sind auf sich selbst gestellt; von den 60- bis 64-jährigen Frauen sind über 40 Prozent verwitwet.

Altersstrategie und Netzwerke

Angesichts dieser Herausforderungen hat Armenien als eines der ersten Länder einen Massnahmenplan für ältere Menschen entwickelt. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt Selbsthilfeprojekte für «Aktives Altern». Selbsthilfegruppen setzen sich für die Anliegen, Rechte und Bedürfnisse betagter Menschen ein – auch bei Behörden. Informationskampagnen sensibilisieren die Öffentlichkeit für die Anliegen älterer Menschen.

Hauspflege fördert die Selbstständigkeit

In zwei Regionen unterstützt das SRK das Armenische Rote Kreuz beim Aufbau von Hauspflegediensten. Geschulte Pflegepersonen betreuen Kranke, Betagte und Menschen mit Behinderung zu Hause und besorgen auch einen Teil des Haushalts der Patientinnen und Patienten. Dies ermöglicht den Menschen, ihre letzten Lebensjahre würdevoll in ihren eigenen vier Wänden zu verbringen und so lange wie möglich selbständig zu bleiben. Die Hauspflegedienste werden in das nationale Gesundheitssystem integriert, damit das Projekt nachhaltig wirkt.

Suppenküchen verbessern die Gesundheit

Ältere Menschen erhalten eine Pension, die aber häufig nicht für die Lebenshaltungskosten reicht. Nahrungsmittelpakete und Suppenküchen entlasten das Budget und verbessern die Gesundheit. Die Begünstigten erhalten dreimal pro Woche eine warme Mahlzeit. Das Projekt mit dem Armenischen Roten Kreuz wird in vier Regionen realisiert.

Für ein starkes Armenisches Rotes Kreuz

Um diese Aktivitäten umzusetzen, ist eine starke Organisation vor Ort nötig. Das SRK unterstützt deshalb das Armenische Rote Kreuz beim Aufbau von organisatorischen Ressourcen, Fundraising und Ausbildung. Die lokalen Zweigstellen im Land werden gestärkt.