Togo

Prävention und Stärkung des Gesundheitssystems

Togo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Gesundheitsversorgung ist in einem schlechten Zustand, Mütter- und Kindersterblichkeit sind besonders hoch. Das Schweizerische Rote Kreuz setzt sich deswegen mit seinen Projekten für die Verbesserung der Gesundheitssituation ein.

Der westafrikanische Kleinstaat Togo gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Die Kindersterblichkeit ist rund 20-mal und die Müttersterblichkeit sogar mehr als 70-mal höher als in der Schweiz. Diese Zahlen sind insbesondere auf die ungenügende medizinische Versorgung und den Mangel an Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser zurückzuführen. In Zusammenarbeit mit dem Togolesischen Roten Kreuz (CRT) und dem Gesundheitsministerium engagiert sich das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) in der Prävention und der Verbesserung der medizinischen Sofortbehandlung. Die Projekte kommen den Menschen in den Regionen Centrale und Plateaux zugute.

Perinatale Betreuung und Prävention

Gesundheitsberaterinnen und -berater sowie Freiwillige betreuen Frauen vor, während und nach der Geburt. Sie animieren werdende Mütter, unter professioneller Begleitung zu gebären und informieren übers Stillen, Impfen, gesunde Ernährung und Hygiene.

Das Rote Kreuz schult Mitarbeitende des Gesundheitsministeriums sowie die Rotkreuz-Freiwilligen, damit die frühzeitige Behandlung von Malaria, Durchfall und Lungenentzündung verbessert wird. Zusätzlich wird die Gemeinschaft im Umgang mit den drei Krankheiten sowie HIV sensibilisiert, um das Infektionsrisiko zu senken.

Wasser und Hygiene

Das Rote Kreuz stellt den Menschen in der Region Centrale die wichtigste Hygiene-Infrastruktur zur Verfügung. Es verbessert die Wasserversorgung und baut Latrinen. In den «écoles bleues» lernen Kinder im Schulalter den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, die wichtigsten Hygieneregeln sowie richtiges Händewaschen.

Rotkreuz-Freiwillige zeigen den «Club des Mères», wie sie mittels der WATA-Methode einfach Chlor herstellen können, um Trinkwasser zu desinfizieren. Der Verkauf des Chlors ermöglicht den Frauen ein zusätzliches Einkommen, das sie gemäss den Bedürfnissen in der Gemeinschaft verteilen. Daneben stärkt das SRK weitere lokale Gemeinschaften wie Hygienekomitees, Freiwillige sowie dörfliche Komitees.

Es sind die Mütter, die sich meist um die Gesundheit in der Familie kümmern. Und deshalb prädestiniert, ihr Wissen weiterzugeben und die Bevölkerung über Gefahren und Schutzmöglichkeiten zu informieren. Vom Roten Kreuz kompetent ausgebildet, bedienen sich die Frauen der Sprache der Musik und des Theaters, um die Menschen in ihren Dörfern für ein besseres Gesundheitsbewusstsein zu gewinnen. Die eigens komponierten Lieder und gesungenen Botschaften werden gerne gehört und bleiben unvergessen.

©  Schweizerisches Rotes Kreuz

Behandlung von Augenkrankheiten

Kinder leiden besonders häufig an Bindehautentzündungen oder an Vitamin-A-Mangel, die zu Blindheit und schweren Augenschäden führen können. Gut ausgebildete Rotkreuz-Freiwillige und Gesundheitsberatende informieren in den Dörfern über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Augenleiden. Menschen, die unter grauem Star (Katarakt) leiden, erhalten dank einer einfachen Operation das Augenlicht zurück. Das Augenprojekt wird seit 2015 in der Region Plateaux durchgeführt. Dort wurden in vier Gesundheitszentren und einem Regionalspital Augenkliniken eingerichtet.

Bessere Verfügbarkeit von Blut

In Togo gibt es nur zwei Blutspendezentren. Diese können die Bedürfnisse landesweit nicht abdecken. Das Rote Kreuz stärkt das Gesundheitssystem und verbessert die Verfügbarkeit und Qualität des Blutes. Das CRT hat ausserdem den «Club 25» ins Leben gerufen, der die Bevölkerung zum Blutspenden mobilisiert.

Geografische Lage