Zugang zu Gesundheit

Kambodscha: Was bleibt nach dem SRK-Engagement?

Eine Kurzfassung zu den Ergebnissen der Nachhaltigkeits-Studie bezüglich den SRK-Gesundheitsprojekten in Kambodscha.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) war von 2004–2008 in den Regionen Kirivong und Ang Roka der Provinz Takeo damit betraut, das staatliche Gesundheitssystem zu stärken. Unter der Schirmherrschaft des kambodschanischen Gesundheitsministeriums umfasste die Aufgabe des SRK die Weiterbildung des Gesundheitspersonals, Gesundheitspromotion, Finanzierung und Dezentralisierung der Angebote sowie Anreize für das Personal zu schaffen, die Qualität der Behandlungen zu verbessern. Mit diesen Massnahmen sollten 350 000 Einwohner der Regionen einen besseren Zugang zu Gesundheit erhalten. Wie erfolgreich sind diese Massnahmen heute? Wurde das Ziel für einen nachhaltigen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen erreicht?

Durch die gute Zusammenarbeit des SRK mit dem Gesundheitsministerium und der Einflussnahme auf Politebene ist es gelungen, die Projektmassnahmen nachhaltig in die offizielle Gesundheitspolitik des Landes zu integrieren. Das vom SRK ausgebildete Gesundheitspersonal ist noch heute am gleichen Ort tätig und geniesst das Vertrauen der Bevölkerung. Durch die vom Staat gewährte Autonomie der Gesundheitszentren stellt das Personal sicher, dass erwirtschaftete Gewinne wieder in die Zentren für Reparaturen oder den Kauf von neuen Instrumenten investiert wird. Finanzielle Anreize beim Erreichen der gesetzten Jahresziele werden weiterhin von der Regierung bezahlt und tragen zur Motivation des Personals bei. Erfreulicherweise werden diese sehr hoch gesteckten Ziele auch nach Abschluss des Projektes im 2008 fast jährlich erreicht. Sie zeugen von der kontinuierlichen Nutzung der Gesundheitsdienste durch die Bevölkerung. Dank intensiver Zusammenarbeit mit lokalen Partnern werden die Versicherungsleistungen für die Ärmsten durch finanzielle Zuwendungen aus der Region gedeckt.

Trotz des qualitativ guten Gesundheitssystems und den hohen Patientenzahlen nutzen immer noch viele Menschen traditionelle Heiler oder Medizinverkäufer an der Strassenecke. Hier bedarf es weiterer Aufklärung. Die Gesundheitspromotion in den Dörfern hat nach Beendigung des SRK-Engagements einen Einbruch erlitten. Das Gesundheitspersonal macht weniger oder gar keine Besuche mehr in den Dörfern, was sich zudem negativ auf das Engagement der Dorfkomitees auswirkt, wenn es um Gesundheitspromotion geht.

Erkenntnisse für weitere Projekte

Die interessanten Erfahrungen aus Kambodscha, vor allem hinsichtlich Dialog auf der Politikebene, Ausbildung und Motivation des Gesundheitspersonals und leistungsorientierter Bezahlung, werden in Projekten des SRK über Kambodscha hinaus aufgegriffen. In Kambodscha selbst ist das SRK dabei, neue Projekte zu konzipieren, die sich nebst der Gesundheit im Allgemeinen vor allem auf die Ernährung von Kleinkindern konzentrieren.