Zugang zu Gesundheit

Ghana: Was bleibt nach dem SRK-Engagement?

Eine Kurzfassung zu den Ergebnissen der Nachhaltigkeits-Studie bezüglich den SRK-Gesundheitsprojekten in Ghana.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist die einzige Rotkreuz-Gesellschaft, die weltweit in der Augenmedizin tätig ist. Als eines der ersten Länder hat sich das SRK in Ghana in der Stärkung der augenmedizinischen Dienste engagiert. Während gut zehn Jahren (1996–2006) hat das SRK zusammen mit dem Ghanaischen Roten Kreuz das staatliche Gesundheitsministerium unterstützt. Elf Augenkliniken wurden im Norden Ghanas errichtet und ausgerüstet, Personal in Augenuntersuchungen und Staroperationen ausgebildet und mobile Dienste aufgebaut. Speziell ausgebildete Rotkreuz-Freiwillige klären Dorfbewohner über Augenkrankheiten auf, führen Erstuntersuchungen durch und bringen blinde Patienten für eine Operation in die nächste Augenklinik. Was machen die Augenkliniken ein Jahrzehnt später? Haben Menschen mit einer Sehbehinderung oder reversibler Blindheit immer noch Zugang zu augenspezifischen Hilfeleistungen, zu Korrekturbrillen oder Operationen?

Alle elf Augenkliniken bestehen noch heute und bieten Behandlungen an. Nach einem anfänglichen Einbruch der Patientenzahlen nach 2007 steigen die Konsultationen wieder stetig an. Augenkliniken, die anfänglich keine Operationen mehr anboten, operieren wieder. Kliniken, die von einer kirchlichen Organisation übernommen wurden, funktionieren am besten und verzeichnen die meisten Patienten. Fast überall ist das Personal noch am gleichen Ort tätig, es fühlt sich immer noch stark mit dem SRK und «seiner Klinik» verbunden. Dies zeigt sich unter anderem an der hervorragenden Wartung und Pflege der Untersuchungsinstrumente, die vom Personal selbst vorgenommen und aus eigener Tasche finanziert wird. Rotkreuz-Freiwillige bringen Menschen mit Augenproblemen aus ihrer Nachbarschaft unentgeltlich auf ihren eigenen Transportmitteln in die Kliniken. Oft erhalten sie dabei von den Augenpflegern einen kleinen Zustupf.

Trotz Vereinbarungen mit der Regierung hat das Gesundheitsministerium die mobilen Dienste aus Kostengründen eingestellt. Das führt dazu, dass sich die Ärmsten aus abgelegenen Regionen den Besuch in einer Augenklinik nicht leisten können, da die Mittel für den Transport fehlen. Sehbehinderungen und Blindheit verstärken die Armutsfalle weiter. Nur Menschen mit einem minimalen Einkommen oder die, die in der Nähe einer Augenklinik leben, werden behandelt.

Erkenntnisse für weitere Projekte

Für die laufenden Augenprojekte des SRK in Ghana wie in den übrigen Ländern, in denen sich das SRK gegen Armutsblindheit einsetzt, sind diese Erkenntnisse wichtig. Das SRK wird vermehrt Finanzierungsmodelle mit den relevanten staatlichen Stellen von Projektbeginn an erarbeiten und wo möglich umsetzen. Ein intensiver Dialog auf politischer Ebene ist dazu notwendig. Zudem wird sich das SRK einsetzen, dass Freiwillige besser und nachhaltig in den lokalen Gesundheits- und Rotkreuz-Strukturen verankert werden. Dies trägt ebenfalls zur Nachhaltigkeit der Gesundheitsprojekte bei.