Zugang zu Gesundheit

Das Engagement zeigt Wirkung

Die Studie «Equitable access to quality health for the most vulnerable: vision or reality?» untersucht erstmals die Nachhaltigkeit der SRK-Programme im Gesundheitsbereich. Das Wichtigste in Kürze.

In seinen langfristigen Gesundheitsprogrammen setzt sich das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) zusammen mit seinen lokalen Partnern dafür ein, den Zugang zur Gesundheit, vor allem für benachteiligte Bevölkerungsgruppen, nachhaltig zu verbessern. Während der Laufzeit der Gesundheitsprogramme unter der Regie des SRK gelingt dies sehr gut, wie aus den Projektberichten, Besuchen und Gesprächen mit den Menschen vor Ort sowie aus diversen Evaluationen hervorgeht. Aber wie sieht es aus, wenn das SRK keine finanziellen und personellen Zuwendungen mehr leistet? Was passiert, wenn die Projekte an die lokalen Partner und Regierungen übergehen? Haben die Ärmsten immer noch Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung?

Das SRK setzt sich zum Ziel, den Zugang zu Gesundheit für benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Das Video zeigt Beispiele aus fünf Ländern, wie sich der Zugang zu Gesundheit verbessert hat, selbst Jahre nach der Unterstützung durch das SRK.

©  Schweizerisches Rotes Kreuz – Internationale Zusammenarbeit

Was bleibt nach Projektende?

Diesen Fragen ist das SRK nachgegangen. Die vorliegende Studie untersucht Gesundheits-Projekte in den fünf Ländern Bolivien, Ghana, Kambodscha, Laos und Nepal, bei welchen das SRK-Engagement seit mehr als zwei Jahren beendet wurde. In allen fünf Projekten zeigte sich, dass sich der Zugang zu Gesundheit nachhaltig verbessert hat. Über die Jahre hinweg bis heute stieg die Zahl der Menschen, die die Gesundheitszentren nutzen. Ausschlaggebende Faktoren dafür sind: Einbezug der Menschen und Gemeinden in das Gesundheitssystem, gute Ausbildung und leistungsbezogene Bezahlung des Gesundheitspersonals, gesicherte Gesundheitsfinanzierung sowie die Einflussmöglichkeiten des SRK und seiner Partner auf Politikebene. Allerdings zeigt die Studie auch, dass hauptsächlich Menschen mit einem Mindesteinkommen und in der Nähe eines Gesundheitszentrums lebend von den Angeboten profitieren. Diejenigen, die in abgelegenen Gebieten leben und kaum über finanzielle Ressourcen verfügen, können sich die Fahrt zum nächsten Gesundheitszentrum nicht leisten. Subventionen für Transportkosten oder mobile Kliniken, um die Versorgung der Bevölkerung auch in abgelegenen Gebieten zu gewährleisten, führen die Behörden nach Übergabe der Projekte oft nicht weiter.

Die Ergebnisse der Studie bestärken das SRK, seine Ansätze zu Gesundheitspromotion, Förderung des Rechts auf Gesundheit und Verbesserung der Qualität der Gesundheitsdienstleistungen weiterhin zu verfolgen. Auf Gemeindeebene wird dadurch das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung langfristig verändert, die Patientenzahlen in Gesundheitszentren stiegen auch nach Abschluss des SRK-Engagements kontinuierlich weiter.

Was gilt es zu verbessern?

In Zukunft werden die Projekte des SRK spezielles Augenmerk auf innovative, nachhaltige Finanzierungsmechanismen legen, die der benachteiligten Bevölkerung auch nach Projektende zur Verfügung stehen. Das SRK verpflichtet sich, den Zugang zu Gesundheit insbesondere für die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen weiter zu verbessern. So, dass sie auch nach dem Engagement des SRK zur Verfügung stehen. Um dies zu erreichen, werden mit den jeweiligen Partnern bereits während der Projektlaufzeit verstärkt Mechanismen entwickelt, die verbindlich und noch besser in den lokalen Strukturen verankert sind.