Elternkurs im Ambulatorium SRK

Spezialkurs für kriegs- und foltertraumatisierte Eltern

Folter und Kriegserlebnisse können mehrere Generationen betreffen: Die physischen und psychischen Folgen von solchen Traumatisierungen führen häufig zu grossen Belastungen der ganzen Familie. Schwere unbewältigte psychische Traumatisierungen der Eltern beeinflussen die Eltern-Kind-Bindung, was negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder haben kann.

Insbesondere Kinder von kriegs- und foltertraumatisierten Eltern leiden häufig an Entwicklungsstörungen, haben oft Probleme mit dem Lernen in der Schule, sind aggressiv oder depressiv verstimmt. Durch gezielte Förderung einer sicheren Eltern-Kind Bindung wird der Einfluss elterlicher Traumafolge-störungen auf deren Kinder minimiert. Im Kurs lernen Eltern ein sicheres Gefühl für die Bedürfnisse ihrer Babys zu entwickeln und die mit der Familiengründung verbundenen Veränderungen in der Partnerschaft zu bewältigen. Es wird vermittelt, wie Eltern feinfühlig auf die Signale ihrer Babys reagieren können. Dadurch entwickelt das Kind eine sichere Bindung zu seinen Eltern und kann vor psychische Erkrankungen im späteren Lebensalter geschützt werden.

Der Kurs

SAFE steht für «sichere Ausbildung für Eltern». Die Inhalte basieren auf bindungstheoretischen Überlegungen, wie sie Dr. med. K.H. Brisch in seinen SAFE Gruppen* entwickelt hat und vom Ambulatorium SRK für kriegs- und foltertraumatisierte Flüchtlinge adaptiert wurden. Zielgruppe sind Eltern mit Kindern ab der 20. Schwangerschafts-Woche bis max. 1,5 Jahren. Es können Paare, aber auch alleinerziehende Mütter/Väter teilnehmen. Durchgeführt werden die Kurse mit je maximal 6 Elternpaaren. Es finden 10-12 Kurstage à 6 Stunden statt, zusätzlich mindestens 3 Stunden Einzelgespräche zur Vertiefung des Feinfühligkeitstrainings. Es ist explizit erwünscht, dass die Babys, eventuell auch die grösseren Geschwister, in den Kurs mitgebracht werden.