Naturkatastrophen

Erdbeben in Haiti: 10 Jahre danach

Am 12. Januar 2010 traf ein verheerendes Erdbeben Haiti. 230 000 Menschen verloren ihr Leben. Sechs Jahre danach folgte der nächste Schlag: Hurrikan Matthew verwüstete erneut weite Teile des Karibikstaates. Das SRK steht der schwer getroffenen Bevölkerung seit 10 Jahren bei und leistet neben Nothilfe auch langfristige Unterstützung.

Über 230 000 Tote, 1,6 Millionen Obdachlose und Schäden in Höhe von fast 7,9 Milliarden Dollar: Das Erdbeben der Stärke 7, das Haiti am 12. Januar 2010 heimsuchte, gehört zu den verheerendsten Naturkatastrophen, die je verzeichnet wurden. Seit diesem Ereignis hat sich Haiti zu einem Schwerpunktland des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) entwickelt.

Das Epizentrum des Bebens befand sich in Léogâne. Hier engagierte sich das SRK nach der Nothilfephase zunächst für die Rehabilitation und den Wiederaufbau. 600 sturmfeste Häuser wurden errichtet. Seither nutzt das SRK sein Fachwissen und sein hohes Ansehen für die langfristige Entwicklung in der Gemeinde Léogâne: Es fördert die Katastrophenvorsorge und engagiert sich in verschiedenen Bereichen wie Wasser und Hygiene sowie Basisgesundheit und Ernährung. Von 2015 bis 2018 hat es zudem das Haitianische Rote Kreuz beim Ausbau des Blutspendedienstes unterstützt.

In der Gemeinde Corail im Südwesten des Landes nahm das Rote Kreuz die Arbeit sofort nach Hurrikan Matthew auf. Unter anderen wurden dort Aktivitäten zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung durchgeführt.

Wirbelstürme, Erdrutsche und Erdbeben, weit verbreitete Armut und marode staatliche Strukturen machen die Menschen in Haiti besonders verletzlich. Mit seiner Arbeit, die von der Glückskette und der DEZA unterstützt wird, stärkt das SRK die Bevölkerung nachhaltig. So sind die Menschen künftig besser für Katastrophen gewappnet.

Evaluation der Massnahmen der Glückskette nach dem Erdbeben von 2010

2019 führte die Glückskette (GK) eine umfassende Wirkungsanalyse zur Hilfe durch, die nach dem Erdbeben in Haiti geleistet worden war. Die Studie bezieht sich auf 30 der 91 Projekte, welche die GK unterstützt hatte und die von 9 Nichtregierungsorganisation umgesetzt wurden, unter anderem vom SRK. Insgesamt sind die Ergebnisse dieser Analyse sehr positiv:

  • 92 Prozent der Haushalte geben an, die von der GK finanzierten Projekte hätten ihr Leben seit dem Beben am stärksten verändert.
  • Fast 90 Prozent konnten dank der Unterstützung ihre Grundbedürfnisse decken und sich wieder eine Lebensgrundlage aufbauen.
  • 87 Prozent der Haushalte, die eine Latrine erhalten haben, benutzen sie immer noch.
  • 75 Prozent nutzen weiterhin die Wasserstellen, die von den Partnern der GK instandgesetzt oder gebaut wurden.
  • Allerdings haben nur wenige Personen, die eine Berufsausbildung besucht hatten, eine feste Anstellung gefunden.