Ägypten

Gesundheitsversorgung und Perspektiven am Nil

In Ägypten unterstützt das SRK die Nothilfe für syrische Flüchtlinge sowie benachteiligte ägyptische Familien. Es verbessert die Gesundheitsversorgung in den Vororten der Grossstädte Kairo und Alexandria.

Ägypten ist nicht nur mit dem eigenen rasanten Bevölkerungswachstum konfrontiert, sondern auch mit einer wachsenden Zahl von Flüchtlingen. Gut ein Viertel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Häufige politische Spannungen und eine schwache wirtschaftliche Situation verschlechtern zusätzlich die Lebensbedingungen vieler Menschen. Hinzu kommen eine Reihe von Naturgefahren wie Dürre oder regelmässige Überschwemmungen am Nil.

Perspektiven schaffen in urbanen Gebieten

Fast die Hälfte der rund 96 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Ägyptens lebt in dichtbesiedelten, städtischen Gebieten entlang des fruchtbaren Nils. Hinzu kommen etwa 500 000 Flüchtlinge und Migranten aus Afrika und Syrien, die meist in den ärmeren Stadtquartieren leben. Die ägyptische Zivilgesellschaft gerät immer stärker unter Druck. Das SRK unterstützt zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz den Ägyptischen Roten Halbmond, um syrischen Flüchtlingen und besonders benachteiligten ägyptischen Familien Perspektiven zu eröffnen. In Kairo und Alexandria vermitteln Freiwillige des Roten Halbmondes Wissen zu IT, Elektronik und Handarbeit in drei neu eingerichteten Schulungszentren. Besonders Frauen und jungen Menschen erlaubt dies, ihr Einkommen zu verbessern und so wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Gesundheitsförderung in städtischen Vororten

Die Gesundheit der Bevölkerung wird durch den Einsatz von mobilen Gesundheitszentren in den schlecht erschlossenen Vororten der beiden Städte verbessert. Während in den mobilen Trucks medizinische Untersuchungen und einfache Laborüberprüfungen durchgeführt werden, schulen parallel dazu Freiwillige des Roten Halbmondes die Bevölkerung in Gesundheitsfragen.

Gemeinsam Helfen: Das Projekt in den urbanen Zentren wird unterstützt durch den MADAD-Treuhandfonds der EU für syrische Flüchtlinge in den Nachbarstaaten.

Moderner Blutspendedienst

Das SRK hat während fast 20 Jahren im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) den Aufbau und die Professionalisierung des Nationalen Bluttransfusionsdienstes in Ägypten begleitet. Internationale Experten unterstützten den «National Blood Transfusion Service» (NBTS) technisch und bildeten die Mitarbeitenden des Blutspendedienstes weiter. Da für die ganze Bevölkerung lebenswichtige Blutprodukte schnell und flächendeckend zugänglich sein müssen, trägt eine moderne Informatiklösung massgeblich zur Versorgungs- und Qualitätssicherung bei. Der Blutspendedienst ist u.a. verantwortlich für das Testen von jährlich 500 000 Blutspenden, die im öffentlichen Gesundheitswesen landesweit empfangen werden. Insgesamt sind im NBTS mehr als 3000 Ärzte und Ärztinnen, Laborantinnen sowie Pflege- und Computerfachleute tätig.

Das SRK hat während fast 20 Jahren im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) den Aufbau und die Professionalisierung des Nationalen Bluttransfusionsdienstes in Ägypten begleitet. Das Projekt wird nun erfolgreich abgeschlossen. Seit 1997 ist das SRK in Ägypten präsent und hat das staatliche Gesundheitsministerium bei der Reform des Blutspendewesens technisch unterstützt.
Zudem hat im Auftrag des Seco das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) ein nationales Radiologie-Projekt betreut, das in diesem Film ebenfalls vorgestellt wird.

© Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco)

Katastrophenbereitschaft verbessern

Seit mehreren Jahren unterstützt das SRK den Ägyptischen Roten Halbmond bei der Verbesserung seiner Koordination während Katastrophen und Nothilfe-Einsätzen. Dies stärkt die Katastrophenbereitschaft und Logistik des Roten Halbmondes. Im Fall einer Naturkatastrophe oder bei gewaltsamen Konflikten können so rascher Mitarbeitende und Freiwillige mobilisiert und effizient Nothilfe geleistet werden.