Augenmedizin

Wenn Armut blind macht

Weltweit sind rund 39 Millionen Menschen blind und 246 Millionen sehbehindert. Die meisten der Betroffenen leben in den ärmsten Ländern der Welt. Das SRK setzt sich in Afrika und Asien für die Heilung und Verhütung armutsbedingter Blindheit ein.

Etwa 80 Prozent aller Blinden verlieren das Augenlicht an verhütbaren Krankheiten, zum Beispiel am grauen Star. Der graue Star (Katarakt) ist die Hauptursache von Blindheit weltweit. Eine Krankheit, die in unseren Breitengraden kaum mehr zum Erblinden führt: Mit einer einfachen Operation kann die getrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt werden.

In armen Regionen haben die Menschen kaum Zugang zu geeigneter Behandlung und Medikamenten. Es fehlt an Fachpersonal und Aufklärung. So wissen viele Patienten nicht, dass es für ihr Augenleiden Hilfe gibt. Dabei genügen in Afrika und Asien bereits 50 Franken, um den grauen Star zu operieren und einem Menschen das Augenlicht zurückzugeben. Für die Betroffenen beginnt danach ein neues Leben.

Hilfe, die zu den Menschen kommt

Hand in Hand mit den lokalen Rotkreuz-Gesellschaften und den Gesundheitsbehörden baut das SRK in Nepal, Kirgistan, Ghana, Mali und Togo regionale augenmedizinische Dienste auf. Das Fundament bildet die Ausbildung von einheimischem Fachpersonal und Freiwilligen, welche in den Dörfern über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Armutsblindheit aufklären. In Schulen werden hunderte von Kindern und Jugendlichen präventiv untersucht und falls nötig behandelt. Mobile Augencamps ermöglichen, dass in kaum zugänglichen Regionen Operationen und Behandlungen durchgeführt werden können. Jedes Jahr werden dank dieser Hilfsprogramme rund 5500 Graue-Star-Operationen durchgeführt und 180 000 Menschen augenmedizinisch behandelt.

Blindheit und Sehschwächen sind in der Région des Plateaux in Togo weit verbreitet. Das SRK führt Augenkontrollen in Schulen durch, sensibilisiert die Bevölkerung von 300 Dörfern, rund 270 000 Menschen, und leitet, wo nötig, Operationen in die Wege.

©  Schweizerisches Rotes Kreuz – Internationale Zusammenarbeit

SRK als Teil einer globalen Initiative

Das SRK ist Mitträgerin der Initiative «Vision2020 – Das Recht auf Sehen», die von der Weltgesundheitsorganisation 1999 ins Leben gerufen wurde. Ziel der Kampagne ist es, die verhütbare Blindheit drastisch zu reduzieren. Ohne diese Massnahmen wären im Jahr 2020 schätzungsweise 76 Millionen Menschen blind.