Kirgistan

Gesundheit stärken und vor Naturgefahren schützen

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) stärkt in Kirgistan die Gesundheit älterer Menschen sowie die Katastrophenvorsorge. Es hilft beim Aufbau augenmedizinischer Dienste und unterstützt die Blutspendezentren. Die Stärkung das Kirgisischen Roten Kreuzes (RCSK) in seiner Organisationsentwicklung ist ein weiterer Schwerpunkt.

Die ehemalige Sowjetrepublik Kirgistan gehört zu den ärmsten Ländern Zentralasiens. Das Gesundheitssystem hinkt den Bedürfnissen hinter her, vor allem die ländliche und ältere Bevölkerung ist unterversorgt. Kirgistan ist immer wieder von Naturkatastrophen betroffen. Die jährliche Schneeschmelze sowie eine Zunahme von Wetterextremen haben im gebirgigen Land oft Bergrutsche und in den Tälern Überschwemmungen zur Folge. Sie bedrohen vor allem Gemeinschaften, die in schlecht erschlossenen Regionen von der Landwirtschaft leben. Auch gibt es immer wieder Erdbeben.

Naturgefahren vorbeugen

Das SRK unterstützt den Kirgisischen Roten Halbmond landesweit bei der Katastrophenvorsorge. Dieser bildet Freiwillige aus und sensibilisiert die Menschen, Risiken frühzeitig zu erkennen und sich vor Gefahren zu schützen. Zusammen mit den lokalen Behörden werden Gefahrenkarten erstellt. Dadurch wird klar, wo sich beispielsweise durch Uferverbauungen oder Hangstabilisierungen Risiken eindämmen lassen und wo künftig keine Häuser mehr gebaut werden dürfen. Schulen und Behindertenheime für Kinder sind in die Vorsorgemassnahmen eingebunden. Regelmässig werden Notfallszenarien durchgespielt.

Engagement für ältere Menschen

Ältere Menschen zählen in Kirgistan zu den Verletzlichsten. Wer keine nahen Angehörigen hat, ist auf sich selbst gestellt. Viele der jungen Menschen wandern aus. Zur Unterstützung dieser benachteiligten und teilweise sogar stigmatisierten Bevölkerungsgruppe, hilft das SRK dem RCSK beim Aufbau eines Hauspflege- und Unterstützungsdienstes. Der RCSK fördert Selbsthilfegruppen und bietet auch Kurse für Altenpflege und psychosoziale Betreuung an, die zu einem von der Regierung anerkannten Abschluss führen. Zudem wurden hunderte Freiwillige ausgebildet, die nun regelmässig betagte Menschen zuhause besuchen. Der RCSK vernetzt sich mit anderen Akteuren in diesem Bereich und unterstützt die Regierung bei der Erarbeitung einer nationalen Strategie zur besseren Betreuung älterer Menschen. Durch diese Vernetzung konnte das RCSK in den Vergangenen fünf Jahren die Anzahl der betreuten Menschen mehr als verzehnfachen.

Blutversorgung und Augenmedizin

Im Gesundheitsbereich sind die Defizite gross. Nachdem das SRK viele Jahre im Auftrag des Bundes die Gesundheitsversorgung auf dem Land erfolgreich gefördert hat, konzentriert es sich nun zusammen mit dem Roten Halbmond auf die Verbesserung der Blutversorgung und auf die Augenmedizin. Beim Blutprojekt steht die Förderung der freiwilligen Blutspenden im Vordergrund.
Im Süden des Landes ist Armutsblindheit weit verbreitet. In enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und den Spitälern unterstützen der RCSK und das SRK den Aufbau der Augenmedizin. Ziel ist es, den Menschen auf allen Versorgungsstufen den Zugang zu solchen Angeboten zu erleichtern. Dazu wurde eine Studie durchgeführt, die relevante Daten lieferte. 

Stärkung des nationalen Partners 

Eine zentrale Aufgabe des SRK ist es seine nationalen Partner in ihrer Organisationsentwicklung zu unterstützen. Das SRK berät den Kirgisischen Roten Halbmond zu Themen, wo dieser Bedarf meldet. So unterstützt es bei der Harmonisierung der Freiwilligenarbeit im ganzen Land. Auch hilft es beim Aufbau eines Netzwerkes, das dem Roten Halbmond ermöglicht, Bedürftigen neben Materialspenden auch kontrolliert Bargeld zur Verfügung zu stellen. Weiter unterstützt es den RCSK bei der Entwicklung und Umsetzung einer Fundraising Strategie basierend auf einer Markstudie. Dies ermöglicht dem nationalen Partner im eigenen Land langfristig Gelder zu generieren und so unabhängiger von internationalen Geldgebern zu werden. 

Geografische Lage