Bangladesch

Für ein würdiges Leben in Slums und Camps

Sowohl in den Städten als auch auf dem Land verbessert das Schweizerische Rote Kreuz die Gesundheit der Menschen in Bangladesch. Zudem hilft es den Frauen, Kinder und Männern, die vor der Gewalt im Nachbarstaat Myanmar geflohen sind.

Mit 160 Millionen Einwohnern bei einer Fläche von 148 000 km² ist Bangladesch eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Aufgrund seiner exponierten und tiefen Lage ist Bangladesch vom Klimawandel besonders stark bedroht. Der Anteil der Menschen, die unter der Armutsschwelle (1,90 US-Dollar pro Tag) leben, betrug 2016 nach Angaben der Weltbank 24%. Unterernährung, ansteckende Krankheiten, Naturkatastrophen und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld prägen den Alltag vieler Menschen. 2017 löste die Gewalt im Nachbarstaat Myanmar die grösste humanitäre Krise der Region seit Jahrzehnten aus, als Hunderttausende nach Bangladesch flohen.

Schutz und Beratung im Flüchtlingslager

Fast eine Million Flüchtlinge aus dem Teilstaat Rakhine im Westen von Myanmar leben seit Ausbruch der Gewalt 2017 in Lagern im Distrikt Cox’s Bazar. Die behelfsmässigen Unterkünfte halten den Regenzeiten nicht stand, die Not der Menschen ist immens. Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Daher engagiert sich das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) nicht nur mit unmittelbarer Not- und Überlebenshilfe, sondern auch längerfristig. Gemeinsam mit dem Roten Halbmond von Bangladesch und dem Gesundheitsministerium hat das SRK innerhalb der Flüchtlingslager drei Gesundheitszentren gebaut, in denen vor allem Frauen und Kinder Schutz, Beratung und medizinische Hilfe erhalten. Darüber hinaus engagiert sich das SRK sowohl in Cox’s Bazar wie auch im Norden des Landes in der Katastrophenvorsorge.

Wasser und Hygiene

Im Rahmen seiner langfristigen Entwicklungszusammenarbeit verbessert das SRK im Norden des Landes zusammen mit seiner Partnerorganisation Dascoh in 100 staatlichen Gesundheitseinrichtungen die Qualität der Dienstleistungen. Kaputte Brunnen werden repariert und neue gebaut. Um die Hygiene zu verbessern lernen die Menschen, selber Latrinen zu bauen. In den Dörfern werden Gesundheitsberaterinnen ausgebildet, die ihr Wissen weitergeben. So erfahren die Menschen, wie sie sich vor ansteckenden Krankheiten schützen können und welche Hygieneregeln für die Gesundheit entscheidend sind.

Integriertes Wasser-Management

Auch in Bangladesch gibt es Gebiete mit Wassermangel, weil der Grundwasserspiegel aufgrund der Übernutzung stetig sinkt. Das SRK leistet nun zusammen mit Dascoh einen Beitrag zur Veränderung der Gewohnheiten und den Verschleiss von Grundwasser. Es fördert die Nutzung von Regenwasser für die Landwirtschaft, berät die Dorfbevölkerung beim sparsamen Umgang mit Trink- bzw. Grundwasser und unterstützt die staatliche Wasserbehörde dabei, ein nachhaltiges Wassermanagement umzusetzen.

Slumbewohner gestalten ihre Zukunft

Auf der Suche nach einem besseren Leben ziehen immer mehr Menschen nach Dhaka oder in andere grosse Städte. Viele von ihnen sind Klima-Migranten, die ihre Häuser wegen Ufererosion oder Naturkatastrophen verloren haben. Doch in den städtischen Elendsvierteln drohen ihnen permanent Zwangsräumungen. Sie haben keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten und Ausbildung, zudem sind die hygienischen Verhältnisse katastrophal. Das SRK verbessert zusammen mit dem Roten Halbmond von Bangladesch den Zugang zu Gesundheit, Wasser, sanitäre Anlagen, Bildung und Arbeit für die Bewohner von zwei ausgewählten Slums in Dhaka. Dazu gehören auch Schulungen von Slumbewohnern, damit sie ihre Rechte einfordern und ihre Gesundheit und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern können.