Nepal

Augenlicht und Katastrophenvorsorge im Himalaya

Wiederaufbau, Katastrophenprävention, Wasserversorgung, Gesundheitsaufklärung und Augenmedizin: Das SRK setzt sich in Nepal für bessere Lebensbedingungen benachteiligter Bevölkerungsgruppen ein.

Auch Jahre nach Beilegung des Bürgerkrieges stagniert die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Himalaya-Staat. Die Folgen der verheerenden Erdbeben 2015 belasten zudem nach wie vor Infrastruktur und Wirtschaft. Die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung lebt in grosser Armut. Auf der Suche nach Einkommensmöglichkeiten verlassen viele junge Menschen die Dörfer und gehen in die Stadt, aber auch in die arabischen Staaten, nach Indien oder nach Übersee.

Mit Wasser und Wissen die Gesundheit fördern

Bereits seit vielen Jahren engagiert sich das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) in der Mid-West-Region. Im dortigen Hügelgebiet ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser oft eingeschränkt. Zusammen mit der Bevölkerung baut das SRK Wasserleitungen und Brunnen. Gleichzeitig werden die Menschen darüber aufgeklärt, wie wichtig Hygiene für die Gesundheit ist. Das SRK motiviert und unterstützt Familien beim Bau von einfachen sanitären Anlagen. Durch bessere Hygiene und sauberes Trinkwasser sind die oft tödlichen Durchfallerkrankungen merklich zurückgegangen. Um die hohe Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken, informiert das Rote Kreuz in den Dörfern über Schwangerschaftskontrollen, gesunde Ernährung sowie die Pflege von Neugeborenen und Kleinkindern.

Engagement gegen Armutsblindheit

Seit vielen Jahren engagiert sich das SRK auch gegen die weit verbreitete Armutsblindheit. Es schult einheimische Augenärzte, Ophthalmologie-Assistenten und Pflegepersonal. Nepal ist über weite Strecken schlecht erschlossen, viele Strassen sind in schlechtem Zustand. Dadurch ist es schwierig, die Landbevölkerung in abgelegenen Gegenden zu erreichen. Zusammen mit dem Nepalesischen Roten Kreuz organisiert das SRK mobile Augenkliniken. Durch Kontrollen in Dörfern und an Schulen werden Augenleiden frühzeitig erkannt und behandelt. Durch das Augenspital Surkhet, welches das SRK finanziert und gebaut hat, ist das Behandlungsangebot in der Region erweitert worden. Das 2017 eröffnete Spital war bereits nach kurzer Zeit ausgelastet und so konzipiert, dass es selbsttragend wirtschaften kann. Im Spital und dessen mobilen Kliniken werden unter anderem jährlich bei rund 1500 Menschen der Graue Star (Katarakt) operiert, wodurch sie das Augenlicht zurück gewinnen.

Katastrophenvorsorge und Wiederaufbau

Naturkatastrophen und Wetterextreme erschweren das Leben der Menschen. Manche Dörfer werden während der Regenzeit immer wieder überschwemmt und viele Bewohnerinnen und Bewohner verlieren ihr Obdach und ihre Lebensgrundlage. In Gebieten, die durch Wetterextreme besonders gefährdet sind, verbessert das SRK die Katastrophenvorsorge. Rotkreuz-Freiwillige werden geschult, damit sie im Katastrophenfall erste Hilfe leisten, die Bevölkerung alarmieren oder Evakuierungen durchführen können. Um die Dörfer vor Fluten zu schützen, werden Dämme gebaut und Brücken verstärkt. Auch legen die Dorfbewohnerinnen und -bewohner kollektiv Notvorräte an. Diese sind wichtig, wenn die Ernte wegen Unwettern zerstört wird oder ausbleibt.

Im Katastrophenfall engagiert sich das SRK bei der Nothilfe und beim Wiederaufbau, wie nach den schweren Erdbeben, die im April und Mai 2015 Kathmandu und den Nordosten des Landes getroffen haben. Das SRK hat Wassersysteme und Schullatrinen repariert. Zudem hat es über 700 Handwerker in erbebensicherem Bauen geschult und baut zusammen mit Caritas Schweiz Schulhäuser wieder auf.

Aids-Prävention

Die Arbeitsmigration ist einer der Gründe, weshalb sich Aids in Nepal immer mehr ausbreitet. Zusammen mit der Regierung führt das Nepalesische Rote Kreuz in abgelegenen Regionen HIV-Tests durch. Betroffene organisieren sich in Selbsthilfegruppen und unterstützen die Aufklärung. Bei mittellosen Patienten übernimmt das Rote Kreuz die Transportkosten für die Therapie.

Geografische Lage