Mehr Menschlichkeit für Samira Baako

«Ich bin Fan vom Roten Kreuz. Dank ihm kann ich wieder sehen.»

In den ärmsten Ländern der Welt gibt es kaum Lebensqualität für Menschen, die von einer starken Sehbehinderung betroffen sind. Hilfsmittel oder besondere Schulen existieren nicht. Rotkreuz-Freiwillige führen Sehtests durch, um behandelbare Augenkrankheiten früh zu erkennen. Wir haben in Ghana die achtjährige Samira begleitet, die dank dem Roten Kreuz nach fast vollständiger Blindheit wieder sehen kann. Samira hat wieder Aussicht auf eine Schulbildung und damit auf ein Leben in der Gesellschaft.

Samira aus Gambaga im Norden von Ghana war wegen grauem Star an beiden Augen schleichend erblindet. Niemand in der Familie hatte neben Landwirtschaft und Selbstversorgung Zeit, sich um das Kind zu kümmern. Ein Leben ohne Aussicht darauf, jemals auf eigenen Beinen zu stehen – so hätte die Zukunft von Samira ausgesehen.

Behandlung trotz Armut

Hätte, denn Samira hatte Glück. Das Schweizerische Rote Kreuz führt unter anderem in Ghana Augenprogramme durch, um die Menschen über Augenkrankheiten zu informieren. Freiwillige des Roten Kreuzes leisten Aufklärungsarbeit und führen Sehtests durch. So wurde die Sehbehinderung von Samira entdeckt. Nach einer professionellen Untersuchung bekam Samira einen Termin für die Operation in der Augenklinik.

Voller Lebensfreude

Am Tag der Operation ist Samira aufgeregt. Sie muss einige Untersuchungen über sich ergehen lassen, bevor sie operiert wird. Dann geht alles ganz schnell: Nach einer Dreiviertelstunde hat der Augenarzt beide trüben Linsen entfernt und durch künstliche ersetzt.

Der Moment, als die Augenbinde entfernt wird und Samira nach Jahren zum ersten Mal wieder etwas sehen kann, ist für das Mädchen fast zu viel. Verunsichert senkt sie den Blick auf den Boden, gibt dem Augenarzt aber zu verstehen, dass sie ihn sehen kann. Nach ein paar Untersuchungen darf sie bereits wieder nach Hause gehen. Die Lebensfreude, die das Mädchen in seiner vertrauten Umgebung jetzt wieder zum Ausdruck bringt, sagt mehr als tausend Worte.

Samira war eines von 1,4 Millionen Kindern, die weltweit von Armutsblindheit betroffen sind.

Weltweit erblindet alle zehn Sekunden ein Erwachsener, jede Minute ein Kind. Die meisten von ihnen verlieren ihr Augenlicht wegen Krankheiten, die heilbar wären. Ziel des Augenprogramms in Ghana ist es, gute augenmedizinische Dienste aufzubauen und sie für Menschen wie Samira zugänglich zu machen.

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