Humanitäres Völkerrecht

Was ist das Humanitäre Völkerrecht?

Das HVR, auch bekannt als Kriegsvölkerrecht oder ius in bello, begrenzt die Auswirkungen von bewaffneten Konflikten auf Menschen und Objekte. Es schützt gewisse Kategorien von Personen und Objekten und beschränkt die Mittel und Methoden der Kriegsführung.

Das HVR schützt Personen, welche nicht oder nicht mehr an den Feindseligkeiten teilnehmen. Dies sind zum Beispiel Zivilpersonen, Verwundete, Kranke, Kriegsgefangene, Internierte, Schiffbrüchige sowie Sanitäts- und Seelsorgepersonal. Diese Personen haben ein Recht auf Achtung ihres Lebens, und alle Konfliktparteien müssen sie jederzeit mit Menschlichkeit und ohne Diskriminierung behandeln. So dürfen beispielsweise Zivilpersonen nicht Ziel von Angriffen sein; Verwundete und Kranke müssen geborgen und gepflegt werden; Kriegsgefangene und Personen, denen die Freiheit entzogen worden ist, müssen menschlich behandelt werden und bei Bedarf Zugang zu einem ordnungsgemässen Gerichtsverfahren haben.

Die Schlüsselaussagen des HVR sind: Personen, die nicht oder nicht mehr am bewaffneten Konflikt teilnehmen, dürfen nicht angegriffen werden. Waffen, welche keine Unterscheidung zwischen Zivilpersonen und Kombattanten machen oder unnötiges Leiden verursachen, sind verboten.

Neben dem allgemeinen Schutz ziviler Objekte durch das HVR geniessen gewisse zivile Objekte wie beispielsweise Spitäler, Ambulanzen oder wichtige Kulturgüter wie historische Denkmäler, Kunstwerke oder Kultstätten einen besonderen Schutz durch das HVR. Es ist zudem verboten, für die Zivilbevölkerung lebensnotwendige Objekte (wie Trinkwasservorrichtungen) und gefährliche Elemente enthaltende Anlagen oder Einrichtungen (wie Atomkraftwerke) zu zerstören.

Das HVR beschränkt den Einsatz von Waffen und Methoden während bewaffneten Konflikten. Es ist verboten, Kampfmittel oder -methoden anzuwenden, die nicht unterscheiden zwischen Personen, welche am bewaffneten Konflikt teilnehmen (Kombattanten), und solchen, welche nicht teilnehmen (Zivilpersonen). Das Gleiche gilt in Bezug auf die Unterscheidung von zivilen Objekten und militärischen Zielen. Das HVR verbietet zudem Waffen, welche überflüssige Verletzungen oder unnötiges Leiden verursachen sowie Methoden, die ausgedehnte, lang anhaltende und schwere Schäden der natürlichen Umwelt verursachen.