Samariter brachten Verwundete in ihre Heimat zurück

«Warum schlafen? Wir sind viel zu froh!»

Vergessen waren für einen Moment fehlende Glieder und verlorenes Augenlicht: Die Rückkehr nach Hause war für 80’000 Kriegs-Verwundete des Ersten Weltkriegs ein Freudentag.

Der Austausch von schwer verwundeten Gefangenen zwischen den Krieg führenden Staaten war eine wichtige Aufgabe des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Bei Kriegs-Ausbruch war das SRK nämlich dem Bund und somit der Armee unterstellt. Von 1915 bis 1920 wurden über 80’000 Kriegsgefangene in ihre Heimatländer zurückgebracht. 

Wie Helden gefeiert

Viele Samariterinnen und Samariter kamen zum Einsatz. Wie Arnold Rauber, damaliger Zentralpräsident des Schweizerischen Samariterbundes (SSB): «Es ist geradezu erstaunlich, wie viele es fertig bringen, ohne jede fremde Hülfe in den Wagen zu kommen…», stellte er fest. «Das Bewusstsein, aus der Gefangenschaft wegzukommen und der Heimat zugeführt zu werden, scheint neue Kräfte zu verleihen.»

Die Schweizer Bevölkerung brachte den Verwundeten «Liebesgaben»: Kleider, Nahrungsmittel und viele Blumen. Sie wurden als Helden gefeiert, obwohl man sich des Elends des Krieges bewusst war. Diese Anteilnahme berührte die Verwundeten: «Die Erinnerung an diese Reise wird niemals in meinem Herzen erlöschen», erklärte ein Deutscher. Diese Transporte trugen im In- und Ausland zum guten Ruf des SRK bei.