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Achtung – Mine im Teppich

«Die verwundeten und erkrankten Militärs sollen ohne Unterschied der Nationalität aufgenommen werden.» So bestimmt es die erste Genfer Konvention. Sie wurde vor 150 Jahren abgeschlossen. Das Dunant-Museum in Heiden zeigt ihre Bedeutung.

Der zeitgenössische afghanische Teppich im Henry-Dunant-Museum in Heiden ist alles andere als lieblich. Sein Muster zeigt allerlei Kriegsgerät – ein Spiegel der Lebenserfahrungen der Teppichknüpferinnen. Hält man das iPad des Museums über den Teppich, wird auf dem Bildschirm plötzlich eine Tretmine sichtbar – auch dies eine Lebensrealität des kriegsversehrten Landes.

Das Bild ist Teil der Ausstellung «Was zählt der Mensch » zum 150-jährigen Bestehen der ersten Genfer Konvention. Diese wurde am 22. August 1864 in Genf unterzeichnet und hat den Schutz verletzter Soldaten zum Ziel. Sie zeigt, dass der Mensch im Krieg oft sehr wenig zählt. Und sie macht bewusst, wie wichtig der Schutz ist, den das humanitäre Völkerrecht allen, die nicht an Kriegshandlungen beteiligt sind, gewährt.

 

Bewusstsein für die Bedeutung des humanitären Völkerrechts fördern

Infos zum Museum

Henry-Dunant-Museum
Asylstrasse 2
9410 Heiden AR

Öffnungszeiten: Di-Sa 13.30 bis 16.30 Uhr, So 10.00 bis 12.00 und 13.30 bis 16.30 Uhr

Die Sonderausstellung «Was zählt der Mensch» dauert noch bis am 10. August 2014.

Die Ausstellung besteht aus einem halben Dutzend Bildern, dem Faksimile der ersten Genfer Konvention und dem erwähnten Teppich. Sie bietet aber viel mehr als das: Besucherinnen und Besucher erhalten an der Kasse ein iPad, dessen Kamera Triggerpunkte auf den Exponaten erkennt und auf dem Bildschirm eine Auswahl an Informationen öffnet: die humanitäre Welt von A bis Z bei einem Bild, gefilmte Informationen und Statements zur Entwicklung der Kriegsführung und des humanitären Völkerrechts bei einem anderen Bild, oder Szenen mitten aus einer umkämpften Ortschaft beim dritten Bild. Oder eben die erwähnte Mine beim Teppich. Beim vierten Bild wird gezählt, wie viele Menschen seit Betreten der Ausstellung auf der ganzen Welt als Folge von Konflikten in die Flucht getrieben worden sind.

Das Museum im Heidler Spital, in dem Henry Dunant die letzten Jahre seines Lebens verbrachte und wo er 1910 gestorben ist, präsentiert mit moderner Technik ein schwieriges Thema anschaulich und trotzdem leicht verständlich. Sie fördert damit das Bewusstsein für die Bedeutung der humanitären Völkerrechts und seiner Respektierung.

Impressionen aus der Ausstellung