Weissrussland

Freiwillige nähen Corona-Schutzmasken für Betagte

In Weissrussland unterstützen ältere Rotkreuz-Freiwillige während der Coronavirus-Pandemie hilfsbedürftige Mitmenschen – auch von zu Hause aus. Diese vom SRK unterstützten Tätigkeiten sind auch für die Freiwilligen von grossen Bedeutung.

Das Weissrussische Rote Kreuz (WRK) unterstützt im ganzen Land mehr als 80 Gruppen von älteren Menschen, die Freiwilligenarbeit leisten. Seit März hat sich die Arbeit der Freiwilligen, die normalerweise bedürftige Menschen pflegen, aufgrund der Pandemie entscheidend verändert.

So ist es ihnen nicht mehr möglich, die unterstützten Personen zu besuchen. Deshalb bleiben gerade ältere Menschen und andere Risikogruppen meistens zu Hause und ihnen fehlt der Austausch mit anderen. Dies führt zu Anspannungen und Ängsten und trägt zur Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes bei. Während in der Stadt über Skype und andere Kanäle kommuniziert wird, ist auf dem Land das Festnetztelefon für viele noch die einzige Verbindung zur Aussenwelt - umso wertvoller ist diese Form der Kommunikation.

Das Weissrussische Rote Kreuz hat daher das «Nette Telefon» entwickelt, eine Hotline für ältere und bedürfte Menschen. Die Freiwilligen klären telefonisch die Bedürfnisse ab, organisieren die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten oder reden auch einfach mit den Menschen, die sich einsam fühlen.

Das Weissrussische Rote Kreuz hat das «Nette Telefon» entwickelt, eine Hotline für ältere und bedürftige Menschen.

© Weissrussisches Rotes Kreuz

Das ist auch für die Freiwilligen von grosser Bedeutung: «Jetzt ist es besonders wichtig, dass unsere Initiativgruppen an der Arbeit des Roten Kreuzes mitwirken können und sich gebraucht fühlen», erklärt Aleksandra Azarko, Koordinatorin für Gemeinde- und Freiwilligenarbeit des WRK. «Auch wenn die älteren Freiwilligen zur Risikogruppe zählen, müssen sie sich unbedingt weiter engagieren können.»

Die Freiwilligen fanden viele kreative Wege, um weiterhin tätig zu sein. So verschickten Freiwillige aus Selwa Briefe, in denen sie Unterstützung anboten und auf die Empfehlungen des Roten Kreuzes zum Schutz vor dem Coronavirus hinwiesen. Einige Freiwillige haben auch Gesichtsmasken genäht; bisher sind 900 Stück angefertigt worden. In anderen Regionen wurden Postkarten und Souvenirs gebastelt, Online-Kurse oder Nordic-Walking-Kurse unter Einhaltung der Abstandsregeln durchgeführt.

Das SRK engagiert sich in Weissrussland seit vielen Jahren zusammen mit dem Weissrussischen Roten Kreuz (WRK) für ältere Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Während der Corona-Krise wurden die Programme angepasst und auf die neuen Herausforderungen ausgerichtet.