Westafrika

Unermüdlicher Einsatz gegen Ebola

Ebola ist noch lange nicht besiegt. In den am stärksten betroffenen Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea kämpft das Rote Kreuz unermüdlich gegen die Krankheit. SRK-Mitarbeiter Godwin Muinde ist eben von einem Einsatz zurückgehkehrt.

28. August 2014

Der Nothilfe-Logistiker war in der Kleinstadt Kailahun im Osten von Sierra Leone stationiert. Dort unterstützte er die Rotkreuz-Freiwilligen bei ihrer wichtigen Arbeit. Er stattete sie mit Schutz- und Desinfektionsmaterial aus, organisierte Fahrzeuge und verbesserte die logistischen Abläufe. Die lokalen Freiwilligen klären die Menschen in den Dörfern auf, wie sie sich vor der Krankheit schützen können und weshalb es so wichtig ist, Erkrankte sofort zu isolieren. «Die meisten Dorfchefs unterstützen die Arbeit des Roten Kreuzes und rufen sofort die Zentrale an, wenn ein Krankheits- oder Todesfall auftritt. Danach wird ein Team von Freiwilligen entsandt, um die nötigen Massnahmen zu treffen», sagt Muinde.

Aufklärung ist das Wichtigste

Kranke werden sofort in ein Isolations-Zentrum gebracht. Ihre Angehörigen werden drei Wochen lang täglich von Freiwilligen besucht, damit auch sie beim Auftreten erster Symptome isoliert werden können. «Es ist nicht leicht zu akzeptieren, wenn ein kranker Angehöriger weggebracht wird und wahrscheinlich nie mehr zurückkehrt. Aber es ist die einzige Methode, die ganze Familie vor dem Tod zu bewahren», stellt Godwin Muinde fest. Diese Erkenntnis setze sich allmählich durch: „Eines Tages werden wir die Krankheit besiegt haben.

Sehr belastende Arbeit

Besonders beeindruckt war Godwin Muinde von den rund 30 Rotkreuz-Freiwilligen, die in der Region für die fachgerechte Bestattung der Toten zuständig sind. Sie verpacken die Körper in Leichensäcke und müssen das Haus und die Umgebung desinfizieren. «Ihre Arbeit ist sehr belastend. Oft sind sie von morgens um sechs Uhr bis Mitternacht unterwegs», berichtet der in Bern wohnhafte Kenianer, der für das SRK bereits mehrere Ausland-Einsätze geleistet hat.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Rote Kreuz von Sierra Leone viel zu wenig Fahrzeuge hat und das Angebot an Mietfahrzeugen, die für die holprigen Fahrten in abgelegene Dörfer in Frage kommen, auf dem lokalen Markt völlig ungenügend ist. Dadurch können nur drei bis vier Teams gleichzeitig ausschwärmen und die anstehenden Aufgaben sind kaum zu bewältigen.

3000 Rotkreuz-Mitarbeitende

Ebola hat seit dem Ausbruch im März 2014 bereits mehr als 1500 Todesopfer gefordert, praktisch alle in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Das SRK unterstützt die Internationale Rotkreuz-Föderation bei der Bekämpfung der gefürchteten Epidemie. Bisher hat es sechs Fachleute ins betroffene Gebiet entsandt, vier Logistiker, eine Ärztin und eine Pflegefachfrau. Während des Einsatzes und nach ihrer Rückkehr werden sie medizinisch begleitet und müssen strikte Sicherheitsregeln befolgen. Von den rund 3000 lokalen Rotkreuz-Mitarbeitenden und -Freiwilligen wie auch von den ausländischen Rotkreuz-Delegierten ist bisher niemand an Ebola erkrankt.