Demokratische Republik Kongo

SRK-Ärztin hilft bei Ebola-Bekämpfung im Kongo

Nach dem Ausbruch von Ebola im Kongo setzt die internationale Rotkreuz-Bewegung alles daran, die Krankheit einzudämmen. Prävention ist dabei das Wichtigste. Auch eine Schweizer Ärztin aus dem Nothilfe-Pool des SRK hilft vor Ort beim Kampf gegen die gefürchtete Krankheit.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo betrifft die Provinz Equateur im Nordwesten des Landes. Bis zum 28. Mai wurden 27 Todesfälle registriert. Die Dunkelziffer dürfte aber um Einiges höher sein. Beunruhigend ist, dass die hoch ansteckende Krankheit aus der Provinz auf die Grossstadt Mbandaka übergreift. Die Gefahr, dass sie sich zu einer Epidemie ausweitet, steigt damit massiv.

Die Internationale Rotkreuz-Föderation hat rasch reagiert. Sie hat ein medizinisches Team in die Region geschickt, das die lokalen Verantwortlichen bei der Eindämmung der Krankheit unterstützt. Zum Team gehört auch die erfahrene Schweizer Ärztin Cornelia Staehelin. Sie ist Mitglied des Nothilfe-Pools des SRK und arbeitete bereits 2015 in einem Ebola-Behandlungszentrum in Sierra Leone. Bei der damaligen Epidemie in Westafrika sind rund 11‘000 Menschen gestorben. «Damals habe ich erkannt wie schnell es gehen kann, dass ein Ebola-Ausbruch ausser Kontrolle gerät. Ich finde es wichtig, dass wir diesmal so früh reagieren», sagt Cornelia Staehelin, die im Inselspital Bern als Tropenmedizinerin und Infektiologin arbeitet und von ihrem Arbeitgeber kurzfristig für den Einsatz freigestellt wurde.

Das internationale Rotkreuz-Team unterstützt die lokalen Partner vor allem im präventiven Bereich. So hilft es beim Aufbau einer Triage, um potenzielle Ebola-Patienten in den Spitälern frühzeitig von den andern Patienten zu trennen. Auch Isolationsstationen werden errichtet. Zudem unterstützt es das lokale Rote Kreuz bei der Sensibilisierung der Bevölkerung. Damit sich die Menschen schützen können, müssen sie über Ansteckungswege Bescheid wissen. Die Übertragung von Ebola erfolgt über Körperflüssigkeiten, auch Leichen sind infektiös. Mehr als die Hälfte der Krankheitsfälle verlaufen tödlich, eine geeignete medizinische Behandlung fehlt.

Prävention ist zentral

Prävention ist daher der einzige Weg, um die Krankheit einzudämmen. Dabei muss teilweise auch mit Traditionen gebrochen werden, wie etwa Beerdigungsritualen, die Köperkontakt mit den Verstorbenen umfassen. Wichtig ist, nach der Feststellung einer Erkrankung sämtliche Personen zu identifizieren, die mit der betroffenen Person in Kontakt standen. Sie alle müssen sich strengen Sicherheitsvorkehrungen unterziehen, um eine unkontrollierbare Ausbreitung der Krankheit zu vermeiden.

Der aktuelle Ausbruch von Ebola ist der neunte, der in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976 registriert wurde. Die Provinz Equateur ist zum ersten Mal betroffen. Im ganzen Land gibt es rund 50‘000 ausgebildete Rotkreuz-Freiwillige, die bereits auf Ebola sensibilisiert sind. Durch ihre Vertrautheit mit der betroffenen Bevölkerung spielen sie bei der Aufklärung und Eindämmung der Krankheit eine entscheidende Rolle. Sie werden nun von den internationalen Helfern bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützt.