Einsatz in Sierra Leone

Im Ausseineinsatz gegen Ebola

Der Rettungssanitäter und Pfleger Christian Läuffer hat für das SRK einen Monat lang in Sierra Leone die Bekämpfung von Ebola unterstützt. Neben seiner Arbeit als Koordinator und Pfleger im Ebola-Behandlungszentrum in Kenema und Kono führt ihn der Einsatz auch in den Aussendienst.

Sierra Leone, Ende Januar 2015

Es kommt auch vor, dass wir von einer anderen Organisation oder den Behörden angefragt werden, ein Fahrzeug oder ein Gesundheitszentrum zu desinfizieren. Heute waren wir zu sechst in einem Dorf, eine gute Autostunde von Kono entfernt. Wir sollten ein Gesundheitszentrum desinfizieren. Vor ein paar Tagen soll dort jemand an Ebola gestorben sein. Obwohl alles desinfiziert wurde, traute sich nach dem Todesfall niemand mehr ins Zentrum. Die Dorfbewohner misstrauten den Massnahmen der Behörde, darum hat man uns beigezogen.

Zuerst wurden wir vom Dorfvorsteher in Empfang genommen. Ich war der einzige Weisse weit und breit. Nach der Begrüssung ging es weiter zum Gesundheitszentrum, das gut eingerichtete Untersuchungs- und Behandlungsräume hat.

Desinfizieren ist Schwerstarbeit

Vorgesehen war, dass wir zwei Räume desinfizieren. Am Schluss war es dann fast das ganze Gebäude. Die Matratzen und das Mobiliar aus drei Zimmern räumten wir auf den Vorplatz und verbrannten alles.

Es war gut und wichtig, dass wir das vor den Augen der Dorfbewohner getan haben. So konnten alle unsere Arbeit mitverfolgen und haben dadurch wieder Vertrauen ins Gesundheitszentrum gefasst.

Fast zwei Stunden haben wir in voller Schutzausrüstung geschuftet und alles mit Chlorin 0,5% desinfiziert. Das ist eine hohe Konzentration. Der Chlorin-Geruch ist äusserst unangenehm, er gibt starken Hustenreiz und man muss immer wieder an die frische Luft. Als wir fertig waren, war ich bis auf die Unterhosen durchnässt. Aus den Gummistiefeln konnte ich einen halben See ausgiessen. So viel geschwitzt wie heute, habe ich noch nie!

Während der ganzen Zeit hat uns eine Schar Kinder beobachtet. Ich war natürlich eine exotische Erscheinung und sie haben mir immer wieder «White man! White man!» zugerufen. Und als der «Weisse Mann» dann den Kindern auch noch zugewinkt hat, war die Hölle los, sie freuten sich sehr. So war auf einmal alles andere wieder vergessen!