Demokratische Republik Kongo

Ebola besiegt

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wurde offiziell für beendet erklärt. Dieser Erfolg ist den frühzeitigen Präventionsmassnahmen zu verdanken. Auch die erfahrene Schweizer Pflegefachfrau Sabine Hediger hat das internationale Rotkreuz-Team vor Ort unterstützt.

38 bestätigte Fälle, davon 29 Todesopfer. Das ist die vorläufige Bilanz des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo in diesem Frühling. Da seit mehr als 21 Tagen kein neuer Krankheitsverdacht registriert wurde, kann davon ausgegangen werden, dass die Epidemie erfolgreich eingedämmt wurde.

Dass der aktuelle Ebola-Ausbruch im Vergleich zu früheren Epidemien verhältnismässig glimpflich verlief, ist den frühzeitigen Präventionsmassnahmen zu verdanken. Auch die Internationale Rotkreuz-Föderation hat rasch reagiert. Sie hat ein medizinisches Team in die Region geschickt, das die lokalen Verantwortlichen bei der Eindämmung der Krankheit unterstützte.   

Unterstützung aus der Schweiz

Mit dabei waren auch drei Delegierte des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), ein Nothilfe-Logistiker und zwei Gesundheitsfachfrauen. Eine davon ist Sabine Hediger. Die Nothilfe-Spezialistin aus der Schweiz hat viel Erfahrung mit der tödlichen Krankheit, sie stand bereits im Herbst 2014 während mehreren Wochen in Sierra Leone für das Rote Kreuz im Einsatz. Damals forderte die Epidemie in Westafrika mehr als 11‘000 Todesopfer.

Im Kongo lautete Sabine Hedigers Auftrag sicherzustellen, dass kein medizinisches Fachpersonal an Ebola erkrankt: «Wir haben vor dem Spital eine Triage eingerichtet. Jede Person, die ins Spital hineinging musste sich vorgängig mit Chlorlösung die Hände waschen und die Körpertemperatur messen lassen. Bei Fieber wurde sie umgehend in ein Isolationszelt für weitere Abklärungen begleitet.» Um dieses System einzuführen, haben Sabine Hediger und ihr Team in jedem Spital des Bezirks Mbandaka mehrere Angestellte ausgebildet.

Die Sensibilisierungsarbeit des medizinischen Personals, aber insbesondere auch der Bevölkerung, forderte viel Fingerspitzengefühl: «Die Region hier im Nordwesten des Landes ist sehr arm und die Menschen verstanden nicht immer, weshalb wir so einen Aufwand wegen Ebola betrieben. Sie haben ganz andere Sorgen und Probleme, für welche sie Unterstützung brauchen könnten. Ich erzählte ihnen dann jeweils von Sierra Leone und dass dort anfänglich das Ebola-Virus auch zu wenig Aufmerksamkeit erzielte. Und das daraus eine soziale und wirtschaftliche Katastrophe resultierte. Dann verstanden sie den Sinn unseres Einsatzes besser.»

Wichtige Präventionsarbeit

Auch wenn  Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo offiziell für beendet erklärt wurde, warnt Sabine Hediger davor, dass in diesem tropischen Regenwald eine Epidemie jederzeit erneut ausbrechen kann: «Beim nächsten Mal ist jedoch ein grosses Wissen vorhanden und ich hoffe sehr, dass man sich an unsere Massnahmen erinnert. Dann hätten wir sehr viel erreicht. Die Präventionsarbeit ist aus meiner Sicht eine prioritäre Aufgabe und ich bin sehr froh, durfte ich hier mit so vielen motivierten und engagierten Menschen zusammenarbeiten.»