Tagebuch aus dem Ebola-Einsatz

28.08.2014 Lehrreiche Tage in Brüssel

Brüssel, 28. August 2014

Um mich auf den Einsatz vorzubereiten, habe ich zuerst ein zweitägiges Training in Brüssel besucht, das von Médecins Sans Frontières (MSF) durchgeführt wird. Es waren 36 Teilnehmende von unterschiedlichen humanitären Organisationen dabei (zum Beispiel vom Roten Kreuz, Safe the Children usw.).

Unsere Referenten waren Ärzte, Krankenschwestern, Wasser-und-Hygiene-Spezialisten, die alle bereits mehrere Einsätze bei Ebola-Ausbrüchen miterlebt haben. Es waren zwei sehr lehrreiche Tage! MSF hat sehr viel Erfahrung mit Ebola. Wir bekamen praktische Tipps und übten das An- und Ausziehen unserer Schutzkleidung. Die Organisation der Pflege in einem Hochrisiko-Bereich ist extrem kompliziert und aufwändig! Es ist sehr viel mehr Personal nötig als in einem normalen Spital. Auch dazu bekamen wir viele Tipps. Die wichtigsten Botschaften waren: Your safety first! Stay healthy! Don`t hurry to die! – Deine Sicherheit kommt zuerst! Bleib gesund! Beeile dich nicht mit sterben!

Es gab immer wieder Momente, die uns alle berührten. Die Referenten haben viele Todesfälle miterlebt und hatten teilweise beim Erzählen Tränen in den Augen. Interessanterweise wollen die meisten, die mit Ebola-Kranken gearbeitet haben, wieder gehen.

Die Grundpflege hat das grösste Gewicht. Über Infusionen und andere Massnahmen wird sehr zurückhaltend entschieden. Das Wichtigste ist, dass die Ebola-Kranken nicht leiden müssen und gut betreut sterben dürfen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt.

Die Mitarbeitenden von MSF sind sehr bemüht, ihr Wissen weiter zu geben. Sie sagen: Ebola ist ein Krieg. Wir müssen zusammen stehen und gemeinsam diesen Krieg so schnell wie möglich beenden!

Nach diesen zwei Tagen fühle ich mich sehr gut vorbereitet für meinen Einsatz und bin gespannt, was mich erwartet.