Mediencommuniqué

Das Schweizerische Rote Kreuz entsendet fünf Nothilfe-Experten nach Haiti

Infolge des Erdbebens, das sich am 14. August in Haiti ereignete, entsendet das Schweizerische Rote Kreuz fünf Logistikexperten aus seinem Nothilfe-Personalpool. Mit Unterstützung des Bundes leistet es Nothilfe im Umfang von insgesamt 700 000 CHF. Vor Ort steigen die Zahl der Todesopfer und die Sachschäden täglich.

Die fünf Experten des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) reisen am Freitag, 20. August, nach Haiti. Sie stammen alle aus dem ERU-Nothilfe-Pool (Emergency Response Unit) des SRK. Sie sind speziell geschult und trainiert für Nothilfe-Einsätze im Katastrophenfall. Vier von ihnen waren bereits bei ähnlichen Katastrophen in Haiti im Einsatz. Das SRK ist seit 2010 mit einer Delegation in Haiti präsent und engagiert sich in den Bereichen Katastrophenrisiko-Management und Basisgesundheit. Es konnte nach dem Erdbeben sofort handeln und das Haitianische Rote Kreuz unterstützen.

Riesige logistische Herausforderung

Das ERU-Logistikteam ist verantwortlich für die Entgegennahme und Verzollung aller Hilfsgüter, welche die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) nach Haiti sendet. Sie werden das Haitianische Rote Kreuz bei der Logistik, dem Empfang der Frachtflugzeuge, der Zollabfertigung und dem Transport der Güter in die betroffenen Gebiete sowie bei der Beschaffung von Material vor Ort unterstützen. Zudem werden sie die anderen nationalen Rotkreuzgesellschaften, die zusätzliche Nothilfe-Einheiten entsenden, bei logistischen Aufgaben unterstützen.

Umfangreiche Nothilfe

Dieser Logistikeinsatz ist Teil der Reaktion der IFRC auf das Erdbeben. Er wurde vom Haitianischen Roten Kreuz angefordert, um seine Teams vor Ort mit zusätzlichen Ressourcen zu unterstützen. Vor Ort sind bereits Hunderte von Freiwilligen des Haitianischen Roten Kreuzes, die selber von der Katastrophe betroffen sind, unermüdlich im Einsatz. Sie hoffen, weitere Überlebende bergen zu können, leisten Erste Hilfe und stellen Notunterkünfte bereit. Die logistische Verstärkung wird zudem eng mit der Logistik der Vereinten Nationen in Haiti zusammenarbeiten.

Die IFRC hat zudem einen Appell von 10 Millionen CHF lanciert. Mit Unterstützung des Bundes beteiligt sich das SRK insgesamt mit 700 000 CHF an der Nothilfe. 250 000 CHF folgten direkt auf den Appell der IFRC.

Entlegene Gebiete und schwieriger Zugang

«Eine der grössten Herausforderungen bei diesem Einsatz ist der Zugang zu den betroffenen Gebieten», erklärt Oihane Olaetxea Martinez, SRK-Delegierte in Haiti. Bereits vor dem Erbeben war es schwierig, Güter aus der Hauptstadt in die anderen Regionen Haitis zu transportieren, denn die Strasseninfrastruktur ist schlecht. Das Erdbeben hat die Situation noch verschärft, weil zahlreiche Strassen und Brücken zerstört wurden. Zudem wird der Warenverkehr durch die Sicherheitslage erschwert. «In einigen Gebieten wissen wir zurzeit nicht, wie gross das Ausmass der durch die Katastrophe verursachten Schäden ist. Doch die Teams des Haitianischen Roten Kreuzes sind daran, die Lage einzuschätzen, mit Unterstützung von Partnern, die bereits vor Ort sind – darunter auch das SRK», ergänzt die Delegierte.

Viele Todesopfer und grosse Sachschäden

Fast 1400 Tote und mehr als 7000 Verletzte sind gemäss vorläufigen Zahlen zu beklagen – die Zahlen steigen jedoch stündlich. Insgesamt 800 000 Personen sind von den Folgen der Katastrophe betroffen. Das Erdbeben der Stärke 7,2, welches Haiti traf, stiftete Chaos und verursachte schwere Sachschäden. Besonders betroffen sind die Départements Grande-Anse, Sud und Nippes, insbesondere die Städte Jérémie und Cayes. Nebst Strassen und Brücken wurden zahlreiche weitere Infrastruktureinrichtungen wie Spitäler und Gebäude beschädigt oder gar völlig zerstört. Tausende Menschen haben ihr Zuhause verloren.

Fragiler Kontext

Das Erdbeben erinnert an jenes vom 12. Januar 2010. Es forderte 200 000 Menschenleben und vertrieb zwei Millionen Personen. Das Land hatte ohnehin Mühe, sich zu erholen, angesichts von politischer Instabilität, Bandengewalt, Lebensmittelunsicherheit und der Covid-19-Pandemie.

Die Folgen des Tropensturms Grace dürften die Situation noch zusätzlich verschärfen und die Rettungsarbeiten erschweren.

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