Menschen auf der Flucht

Das SRK unterstützt Migrantinnen und Migranten in den Lagern in Griechenland

Zehntausende von geflüchteten Menschen sind in Griechenland gestrandet und leben dort unter äusserst prekären Bedingungen. Das SRK und der Bund greifen dem Griechischen Roten Kreuz mit 400 000 Franken unter die Arme, um die grösste Not zu lindern.

In Griechenland leben zurzeit über 115 000 Migrantinnen und Migranten unter schwierigsten Bedingungen in behelfsmässigen Lagern: mangelnde Hygiene, kein Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Dazu kommen Krankheiten und eine hohe psychische Belastung, da die Menschen ohne jede Perspektive auf sich selbst gestellt sind. Fast die Hälfte steckt auf den griechischen Inseln fest. Allein in Moria auf der Insel Lesbos, dem grössten Lager des Landes, leben 18 000 Menschen auf engstem Raum. Eigentlich wäre dieses Camp nur für 2200 Personen ausgelegt.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hat einen Hilfsaufruf lanciert, um das Griechische Rote Kreuz und den Türkischen Roten Halbmond bei der Hilfe für die geflüchteten Menschen mit 20 Millionen Franken zu entlasten. Mit diesem Betrag können fast 120 000 Menschen während neun Monaten unterstützt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Verteilung von Nahrungsmitteln und Wasser sowie auf dem Aufbau von Unterkünften und Gesundheitsstationen. Vorgesehen sind zudem Massnahmen zur Bekämpfung von COVID-19. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) beteiligt sich mit 100 000 Franken. Weitere 300 000 Franken werden im Rahmen der tripartiten Vereinbarung mit dem Bund bereitgestellt. Mit diesem Beitrag sollen schutzsuchende Menschen unterstützt werden, die in Griechenland feststecken.

Die Rotkreuzbewegung in der Region

Schon jetzt engagiert sich das Rote Kreuz in Griechenland, in der Türkei und in der gesamten Region, in der viele Migrantinnen und Migranten auf der Durchreise sind. Es unterstützt die geflüchteten Menschen mit verschiedenen Nothilfemassnahmen und mit mittel- und langfristigen Aktivitäten. In Griechenland steht das Rote Kreuz Migrantinnen und Migranten bei, die auf das Festland umgesiedelt wurden. Sie erhalten zum Beispiel Unterstützung in Form von Bargeld für die Unterkunft und den täglichen Bedarf. Zudem steht das Rote Kreuz den Freiwilligen zur Seite, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung gewährleisten, und stellt mobile Gesundheitsstationen zur Verfügung. Auf Lesbos ist auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) aktiv: Es beobachtet die Bedingungen in den Zentren, in denen die Migrantinnen und Migranten festgehalten werden, und unterstützt bei der Suche nach Vermissten.

Schwierig ist die Situation momentan auch an der Grenze zur Türkei. Das Rote Kreuz leistet dort ebenfalls Nothilfe: Es stellt Notunterkünfte, Nahrungsmittel, Wasser und Sanitäranlagen bereit, gewährleistet die Gesundheitsversorgung und führt Hygienekampagnen durch.

Zudem setzt sich die Rotkreuzbewegung dafür ein, dass die Politikerinnen und Politiker in der Schweiz und in Europa die humanitäre Lage und die Bedürfnisse der Migrantinnen und Migranten auf den griechischen Inseln ernst nehmen, effizientere Asylverfahren einführen und für die Einhaltung der Rechte dieser Menschen sorgen.

Schliesslich unterstützt das SRK auch in Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien und Nordmazedonien bilaterale Projekte, mit denen Nothilfe und medizinische Leistungen für die Migrantinnen und Migranten in der Region bereitgestellt werden.