Corona-Krise

Das Schweizerische Rote Kreuz übernimmt die Plattform hilf-jetzt.ch

Ab August geht die Nachbarschaftshilfe-Plattform hilf-jetzt.ch an das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) über. Das SRK sichert damit die von Freiwilligen aufgebaute Infrastruktur. Während der Corona-Krise waren auf der Plattform über 1200 Nachbarschaftsgruppen registriert. Dank der Expertise des SRK steht dieses Netzwerk im erneuten Krisenfall weiter zur Verfügung.

Besorgungen für Risikogruppen, Gespräche gegen die soziale Isolation, Koordination von Hilfsangeboten in der Nachbarschaft: In der Corona-Krise nahm das zivilgesellschaftliche Engagement in der Schweiz ein beeindruckendes Ausmass an. Zu den Initiativen, die ab März 2020 neu lanciert wurden, zählt die Nachbarschaftsplattform hilf-jetzt.ch. Hilfesuchende können via Postleitzahl lokale Unterstützung finden, die auf der Website registrierten Gruppen erhalten Anleitungen für die Koordination. Über 1200 lokale Gruppen haben Hilfseinsätze vermittelt. Vier Monate nach Ausbruch der Corona-Krise übergeben die Betreiber von hilf-jetzt.ch die Plattform an das SRK, um das Netzwerk nachhaltig zu sichern.

Überwältigende Solidarität

Das SRK freut sich, das zivilgesellschaftliche Engagement mit der Begleitung der Gruppen von hilf-jetzt.ch längerfristig zu unterstützen. «Die Solidarität während Corona hat uns überwältigt und die freiwillige Nachbarschaftshilfe der unzähligen Gruppen von hilf-jetzt.ch war für viele Mitmenschen eine grosse Unterstützung. Dies möchten wir in Zukunft mit unserer langjährigen Expertise in der Freiwilligenarbeit weiterhin unterstützen und fördern», sagt Markus Mader, Direktor des SRK.

Zeitlich flexible und informelle Freiwilligenarbeit nimmt in der Schweiz an Bedeutung zu. Dies bestätigt der Freiwilligen-Monitor 2020: 7 von 10 Personen leisten ab und zu Nachbarschaftshilfe. Um das Potenzial zu nutzen, sind spontan organisierte und sinnvolle Einsätze gefragt, die sich mit Familie und Beruf vereinbaren lassen.

Mit dem SRK haben die Initianten von hilf-jetzt.ch einen Partner mit langjähriger Verankerung gefunden: «Eine bessere Lösung können wir uns nicht vorstellen», sagt Projektkoordinatorin Vivien Jobé. Mit 53'000 Freiwilligen ist das SRK die grösste Freiwilligenorganisation in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Rettung. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat es das Unterstützungsangebot laufend an die neue Situation und Sicherheitsvorschriften angepasst und ausgebaut, zum Beispiel mit einem Besorgungsdienst und finanzieller Soforthilfe.