Unterstützung für traumatisierte Geflüchtete

25 Jahre Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer

Seit 25 Jahren finden traumatisierte Geflüchtete im Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer Unterstützung. Das Ambulatorium des Schweizerischen Roten Kreuzes stellt ihnen ein multidisziplinär ausgerichtetes Therapie- und Beratungsangebot zur Verfügung (Psychiatrie, Psychologie, Medizin, Sozialarbeit und Körpertherapie).

Gemäss Studien leiden 40 bis 50 Prozent aller geflüchteter Menschen unter Traumafolgeerkrankungen. Eine frühe Erkennung und der Zugang zu therapeutischen Angeboten sind wichtig, doch die Praxis zeigt, dass solche Traumatisierungen oft erst nach Jahren identifiziert werden. Denn um eine Traumatisierung zu erkennen, fehlt Betroffenen und ihrem Umfeld oft das notwendige Wissen. Manuela Ernst, Leiterin des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer SRK meint dazu: «Auch nach 25 Jahren braucht es noch viel Sensibilisierungsarbeit: in Asylunterkünften, bei Arbeitgeberinnen sowie Arbeitgebern, im Asylverfahren und nicht zuletzt in der Öffentlichkeit.»

«Auch nach 25 Jahren braucht es noch viel Sensibilisierungsarbeit: in Asylunterkünften, bei Arbeitgeberinnen sowie Arbeitgebern, im Asylverfahren und nicht zuletzt in der Öffentlichkeit.»

Manuela Ernst, Leiterin Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer

Wird bei einer geflüchteten Person eine Traumatisierung erkannt, ermöglicht das Ambulatorium SRK betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten, persönliche Fähigkeiten weiterzuentwickeln sowie familiäre und soziale Ressourcen zu stärken.

Chronik

  • 1995: Eröffnung des Therapiezentrums SRK für Folteropfer (heute Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer).
  • 1999: Während des Krieges im Kosovo berät und schult das Therapiezentrum zusammen mit rund 30 ausgebildeten Fachkräften Mitarbeitende in Asylzentren, Behörden und Organisationen sowie IKRK-Mitarbeitende vor Ort.
  • 2000: 122 Personen werden behandelt und zahlreiche Weiterbildungsveranstaltungen durchgeführt.
  • 2003: Bedarfsanalyse für ambulante Therapiestellen für Folter- und Kriegsopfer in der Romandie. Anschliessend Aufnahme der operativen Tätigkeit des ctg (consultations pour victims de la torture et de la guerre) in Appartenances-Vaud. Beginn der operativen Tätigkeit des Ambulatoriums Zürich.
  • 2004: In den Ambulatorien Bern, Zürich und Lausanne werden insgesamt 475 Patientinnen und Patienten behandelt und rund 5000 Konsultationen erbracht. Gründung des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer Genf (CTG).
  • 2006: Umzug des Ambulatoriums SRK vom Inselspital Bern an die Geschäftsstelle des SRK in Wabern. Durch das verbesserte Raumangebot werden weitere Gruppenaktivitäten möglich (Entspannungs- und Aikidogruppe).
  • 2007: Eröffnung der Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers in den Räumen des Ambulatoriums SRK.
  • 2009: Erste gemeinsame Fachtagung der vier Ambulatorien Bern, Zürich, Genf und Lausanne unter dem Titel «Das vergessene Trauma – Umgang mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Migrationsfamilien». Gründung des Verbunds «Support for Torture Victims».
  • 2011: Besuch von Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga.
  • 2014: Das Kinder- und Jugendkonzept ist erstellt. Die therapeutische Arbeit wird intensiviert.
  • 2015: 20-Jahre-Jubiläum des Ambulatoriums SRK und Eröffnung des neuen Therapiestandorts GRAVITA SRK in St. Gallen.
  • 2019: Im Fachbereich Therapie und Beratung wird die neue Sprechstunde eingeführt. Besuch von Frau Bundesrätin Karin Keller-Sutter.
  • 2020: Das Ambulatorium SRK begeht sein 25-Jahre-Jubiläum.

Geschichten aus dem Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer

Nachhaltigkeitsziele

Diese Aktivität ist Teil unseres Engagements für die UNO-Nachhaltigkeitsziele.

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