Aus der spontanen, menschlichen Reaktion Dunants auf die
Schlacht von Solferino ist zunächst eine Idee und dann eine weltweite Bewegung
entstanden.
Henry Dunant (1828 - 1910), wuchs in einem
grossbürgerlichen Umfeld auf. 1859 wurde er zufällig Zeuge der blutigen Schlacht
von Solferino, die fast 40 000 Tote und Verwundete hinterliess. Erschüttert
organisierte er Freiwillige aus der Bevölkerung, die die Verwundeten so gut wie
möglich pflegten und versorgten – ohne jeden Unterschied ihrer
Herkunft.
Drei Jahre später bringt er seine „Erinnerung an
Solferino“ zu Papier. Er forderte darin ein internationales Abkommen zum Schutz
der Kriegsopfer. Ausserdem schlug er vor, in allen Ländern „Hilfsgesellschaften“
zu gründen. Diese sollten in Friedenszeiten Freiwillige ausbilden, die im
Kriegsfall die Sanitätsdienste der Armeen unterstützen. Damit war der Anstoss
zum Entstehen des Roten Kreuzes gegeben, das unter seiner Mitwirkung 1863
gegründet wird.
Nach einem wirtschaftlichen Bankrott verarmt irrte
er jahrelang durch Europa, bis er sich 1887 in Heiden im Appenzell niederliess.
Dort spürte ihn 1895 ein Journalist im Bezirksspital auf und machte die
Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam. Zahlreiche Auszeichnungen und Spenden
strömten auf ihn ein. 1901 erhielt er für sein Werk gar den ersten
Friedensnobelpreis. Am 30. Oktober 1910 starb Henry Dunant im Alter von 82
Jahren.