Armutsblindheit muss nicht sein
Alle 5 Sekunden erblindet aus Armut ein Mensch, jede Minute ein Kind. Die meisten Blinden leben in Armutsgebieten und haben keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung. Das Schweizerische Rote Kreuz setzt sich für die Verhütung und Heilung von Armutsblindheit ein.
Die Operation des grauen Stars ist erfolgreich verlaufen. Nach wenigen Stunden kann der Verband entfernt werden.
Hauptursache für Blindheit ist weltweit der graue Star (Katarakt).
Weltweit leben rund 50 Millionen Blinde; weitere 150 Millionen Menschen leiden an Sehbehinderungen mit der Gefahr, ebenfalls zu erblinden. Die meisten der 50 Millionen Blinden sind arm und leben in Ländern des Südens. Vier Fünftel erblinden infolge von Augenkrankheiten, die man kostengünstig heilen oder verhindern könnte.
Wer in ländlichen Gebieten Afrikas und Asiens das Augenlicht verliert, wird invalid und vollständig abhängig. Nicht nur die Arbeitskraft und Selbständigkeit geht verloren; oft ist zusätzlich ein Kind betroffen, das den blinden Menschen ständig führen und pflegen muss und keine Möglichkeit hat, die Schule zu besuchen. In den ärmsten Ländern führt Blindheit zu grossen wirtschaftlichen Einbussen und behindert die ohnehin schwache soziale Entwicklung zusätzlich.
Dank dem Schweizerischen Roten Kreuz erhalten jährlich 17'000 Menschen nach einer Star-Operation ihr Augenlicht zurück.
Auf dem indischen Subkontinent ist jeder hundertste Mensch erblindet, in Afrika ist sogar 1,4% der Bevölkerung blind.
Ursachen von Blindheit
Hauptursache für Blindheit ist weltweit der graue Star (Katarakt), vor allem bei älteren Menschen. Armut und mangelnde Hygiene sind Gründe für die hoch ansteckende und im Süden weit verbreitete Trachom-Infektion, welche hauptsächlich Frauen und Kinder betrifft. Jährlich erblinden mehr als eine halbe Million Kinder infolge von ungenügender Ernährung und Vitamin-A-Mangel. Eine nur in Afrika vorkommende und zu endgültiger Blindheit führende Augenkrankheit ist die Flussblindheit (Onchocerciasis).
Das SRK heilt und verhütet Armutsblindheit
Der Teufelskreis von Armut und Abhängigkeit kann durchbrochen werden, denn 80% der Ursachen von Armutsblindheit lassen sich behandeln oder verhüten. Im Jahr 2004 profitierten über 470'000 Patientinnen und Patienten von augenmedizinischen Programmen des SRK. Diese kosten wenig, verglichen mit den Kosten, die Familien und Gemeinwesen durch die Bürde blinder Mitmenschen zu tragen haben.

Internationale Kampagne „Vision 2020“
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) beteiligt sich an der internationalen Kampagne „Vision 2020“, die bis zum Jahre 2020 die Hauptursachen von verhüt- und heilbarer Blindheit besiegen will. In Ghana, Mali, Togo, Nepal, Tibet und Vietnam bildet das SRK einheimische Fachkräfte weiter, hat Spitäler und Augenstationen gebaut und ausgerüstet und stellt zusammen mit dem lokalen Roten Kreuz und den Gesundheitsbehörden die augemedizinische Versorgung in ländlichen Regionen sicher. Jährlich erhalten so 17'000 Menschen nach einer Star-Operation ihr Augenlicht zurück. Durch seine Arbeit leistet das SRK daher einen wichtigen sozialen und ökonomischen Beitrag, welcher über die Verminderung individuellen Leidens hinausgeht.
Zur Vertiefung des Themas können Sie rechts unter Publikationen Ausland folgende Produkte bestellen:
Film «Blind, weil sie arm sind.» DVD (d, f, e) und VHS (d)
Film «Augen-Blicke in Ghana.» VHS (d, f, e)
Dossier «Augenlicht schenken»
Internationale Zusammenarbeit des SRK