Bangladesch

SRK-Präsidentin in Sorge um Flüchtlinge aus Myanmar

Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes, hat sich in Bangladesch persönlich ein Bild gemacht von der Lage in den Flüchtlingscamps im Süden des Landes. Rund eine Million Menschen sind hier auf der Flucht vor der Gewalt in Myanmar gestrandet.

Elf Monate nach Beginn der Krise ist die Situation in den Camps weiterhin äusserst schwierig. Viele Menschen sind durch die Gewalt, die sie in Myanmar erfahren haben, traumatisiert. Trotz umfangreicher Nothilfe ist die Infrastruktur ungenügend, die Gesundheits- und Hygienesituation prekär. Jetzt, zur Monsunzeit, spitzt sich die Lage weiter zu.

«Ich mache mir grosse Sorgen um die Zukunft dieser Menschen», sagt die SRK-Präsidentin. «Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Die internationale Gemeinschaft muss Verantwortung übernehmen.» Sie weist darauf hin, dass nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch die lokale Bevölkerung unter der Situation leidet und auf Unterstützung angewiesen ist.

Gespräche mit direkt Betroffenen

Annemarie Huber-Hotz hat in Bangladesch das lokale SRK-Team wie auch Vertreter der Behörden, des nationalen Roten Halbmonds sowie der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung getroffen. Auch mit den Menschen in den Camps suchte sie das Gespräch. «Nie werde ich die Frauen vergessen, die mir von der Gewalt berichtet haben, die ihnen und ihren Kindern auf der Flucht widerfahren ist», so die SRK-Präsidentin.

Beeindruckt war Annemarie Huber-Hotz von der koordinierten Nothilfe in den Camps, insbesondere auch von den Projekten des SRK im Gesundheits- und Hygienebereich. Das SRK hat unter anderem drei multifunktionale Gesundheitszentren errichtet. Sie stellen eine medizinische Grundversorgung sicher und bieten niederschwellige psychologische Hilfe, die vor allem von Frauen beansprucht wird. Nach dem Vorbild des SRK werden in den kommenden Monaten im gesamten Camp weitere 17 Gesundheitszentren gebaut, die durch andere internationale Organisationen finanziert werden.

Seit 40 Jahren in Bangladesch

Das SRK engagiert sich seit Beginn der Krise im letzten September in den Camps nahe von Cox’s Bazar im Süden des Landes. Es hat insgesamt 24 Nothilfe-Spezialisten für Gesundheit und Logistik in die Region geschickt und setzt diverse Projekte im Bereich Gesundheit und Hygiene um. Im Rahmen seiner langfristigen Entwicklungsprogramme ist das SRK schon seit bald 40 Jahren in dem südasiatischen Land tätig.

Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes, in den Lagern in Bangladesch.